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Wir, Klaus Drzimotta, Jürgen Müller und ich, hatten uns die Annapurna-Rundtour, eine der schönsten Terkkingtouren Nepals, als Ziel der Reise ausgewählt.
Der Annapurna Himal gehört neben dem benachbarten Dhaulagiri- und dem 
Gurkha Himal zu jenen Gebirgsstöcken, die ganz innerhalb der Grenze von 
Nepal liegen. Das ganze Massiv wird zangenartig von zwei mächtigen Tälern, dem Marsyangdi- und dem Kali Gandaki-Tal umfasst. Die größte Herausforderung auf dieser Tour ist die Überschreitung des Thorong La mit 5416 m.
Die Reise beginnt mit einem Kulturschock, Kathmandu. Eine Stadt mit ca. 600000 Einwohnern, ein Schmelztiegel verschiedenster Rassen und Kulturen, die Armut ist allgegenwärtig. Viele Fahrzeuge rattern im Linksverkehr hin und her, völlig zerbeulte Trollys, Autos, bei denen unser TÜV die wahrste Freude hätte, Mopeds, Fahrräder, Rikschas, mittendrin Fußgänger und 
heilige Kühe. Faszinierend der Gang durch die Altstadt, über den Durbar-Square mit seinen ( ehemals ) prächtigen Bauten, durch ein Gewirr von Gassen immer verfolgt von Händlern und Bettlern. Ob die Sadus ( heilige Männer ) alle echt waren wage ich zu bezweifeln, zu offensichtlich war der Ruf nach Trinkgeldern. Hunderte von Geschäften buhlten mit den  ein drucksvollen Bauwerken um unsere Gunst der Aufmerksamkeit. 
Beeindruckend neben der visuellen und akustischen Kulisse sind auch die vielfältigen Gerüche, die die Nase umschmeicheln. Prächtig und mystisch zugleich die Stupas von Boudhanat, Swayambunat, die Verbrennungsstätte der Hindus Pashupatinath sowie die alten Königsstädte Bhaktapur und Patan mit ihren Tempeln und Palästen.
Durch das Kathmandu-Tal geht die Reise per Bus in Richtung Pokhara. Die Fahrt, ein Abenteuer. Die Landschaft vermittelt uns schon einen Vorgeschmack dessen, was uns erwartet. Wir zweigen ab nach Benisahar, die erste Station. Unsere Führer Bhai und Pitha geben bei einer Tasse Tee die Instruktionen für die Tour.
Trekking in Nepal! Wir haben uns zu Hause gut vorbereitet, die eisigen Gipfel der Achttausender, die verschneiten Flanken der mächtigen Gipfel immer vor Augen. Seit drei Tagen wandern wir mit vielen Leuten, Trägern, Bauern, Schülern, Karawanen. Der Weg ist breit und gut, links und rechts steht der reife Reis, auf den Feldern fleißige Bauern. Nammasitee ( soviel wie Hallo, Grüß Gott ) geht uns ganz schnell und wie von selbst über die Lippen. Das " give me a pen" der Kinder versuchen wir zu ignorieren, wir wollen sie 
nicht zum Betteln animieren. Ein Strom von Menschen wogt hin und her, Ort reiht sich an Ort. Haben wir verkehrt gebucht? Es ist heiß, die Luft flimmert, die warmen Sachen sind wohl verstaut in den Seesäcken, die unsere fünf Träger schleppen. Wo sind die Berge? Ich frage unseren Guide Bhait, Geduld, antwortet er, du wirst sie bald sehen. Es geht durch die 
Marsyangdischlucht, steil hinauf nach Bahundanda. Unterwegs kurze Gespräche unseres Guides mit entgegenkommenden Kollegen, wie ist das Wetter, wie viele Gruppen sind unterwegs usw. Der Tagesablauf für die nächsten 3 Wochen ist in etwa immer gleich. Aufstehen zwischen 6 und 7 Uhr, Seesack packen, Frühstück Abmarsch, Mittagessen, weitergehen, Ankunft nachmittags, ausruhen, Essen bestellen, Abendessen, Besprechung mit denGuides, Bettruhe. Für alle Fälle haben wir uns mit Hüttenkäse und Geräuchertes, sowie 2 Flaschen Schnaps aus der Heimat vorbereitet.Frühstück: meist Porridge, Müsli und Pancake. Mittags: vegetable noodlesoup, Abendessen: Dal Bhaat, das nepalesische Nationalgericht mit 
Reis, Linsen, Gemüse und Spinat. Wir essen alleine. Es ist sinnlos, die Führer oder Träger zum gemeinsamen Mal einzuladen. Sie nehmen es nicht an. Die soziale Abgrenzung wird strikt eingehalten. Wir sind die Bedienten und sie dienen. Darin sehen sie keine Unterwürfigkeit, vielmehr hat es mit " dharma", dem Glauben zu tun. Die Träger gehen meist los während wir frühstücken. Oft sind sie vor uns, manchmal hinter uns aber in der Regel immer rechtzeitig vor uns am Ziel, außer wir geben mal richtig Gas.
Es ist nach wie vor heiß, Klaus sehnt sich schon nach der Kühle in der Höhe. In "Tal" beginnt der montane Teil. Links und rechts türmen sich riesige Felswände in den Himmel. Es wird trockener. Kurz nach Dharapani dann der erste Schneeberg, ein Ausläufer des Gurkha Himal. Das Marsyandgital wendet sich nach Westen und schon bald taucht ein gewaltiger Berg auf, die Annapurna II. Wir befinden uns im Hochtal von Manang. In Pisang hat unser Führer Bhai einen Auftrag von der Regierung. Er muss eine Chörte ( Grabmal ) pflegen, das im Gedenken an elf verunglückte deutsche Bergsteiger 1994 errichtet wurde. Jürgen und ich bringen ein Rauchopfer dar. Etwas weiter hinten im Tal liegt Braga, angelehnt an die ausgehöhlten 
Reste eines prähistorischen Bergsturzes. Hier befindet sich ein altes Kloster mit einer wunderschönen Buddhastatue. Gegenüber leuchten die Gletscher von Annapurna III und IV, von Gangapurna, Khangsar und Tilicho. 
Zum ersten Mal sehen wir Yaks aus der Nähe und sind tief beeindruckt. 
Mittlerweile befinden wir uns auf 3500 m und haben mit 4700 m die erste Gipfelbesteigung ( zur Akklimatisierung ) hinter uns. Durch die besonnene Streckenwahl haben wir keine Probleme mit der Höhe.
Der Weg zum Thorong La: Der Pfad ist nicht sehr steil, doch man merkt die Höhe. Ständiger Wind ist unser Begleiter und macht sich in Thorong Phedi besonders unangenehm bemerkbar. Wir sind auf 4200 m und die Nacht ist bereits bitter kalt. Der Thorong La ist vielleicht der bekannteste der hohen Pässe in Nepal. Er bietet technisch keine nennenswerten 
Schwierigkeiten, ist aber für seine wechselnden Wetterverhältnisse berüchtigt. Wir haben Glück und beginnen morgens um 4 Uhr mit dem Aufstieg. Das Atmen fällt schwer, die Kälte beißt, aber pünktlich mit dem Sonnenaufgang schaffen wir den höchsten Punkt. Beeindruckend die unheimliche Klarheit der Luft. Vor lauter Freude vergessen wir sogar den 
geplanten Gipfelschluck aus der Schnapsflasche. Der Abstieg zum Kloster Muktinath ist eine Herausforderung ganz anderer Art. Stundenlang geht es nun über eine elende Schotterpiste bergab, höchste Konzentration ist erforderlich. Einige in der Gruppe bekommen Probleme mit der Höhenkrankheit. Muktinath ist vor allem für die Hindus ein Ort von großer Bedeutung. Die Verschmelzung von drei Elementen des Kosmos, die hier beobachtet werden kann – Erde, Wasser, Feuer – darf als einmalig bezeichnet werden. Thermische Winde blasen uns den ganzen Tag ins Gesicht auf dem Weg weiter durch Kali Gandaki, der tiefsten Schlucht der Erde. In Mapha genießen wir den hier gebrannten Apfel-Brandy. Offensichtlich war das Getränk aber für manchen etwas zu stark, denn ein Mitglied der Gruppe lag orientierungslos am nächsten Morgen verkehrt im Schlafsack. Maultier- und Yak-Karawanen begegnen uns auf dem weiteren Weg nach Kalopani. Ab hier ändert sich einiges. Einerseits findet das flache Geröllbett des Flusses ein Ende, das Tal wird steiler. Vorbei ist die Herrschaft des Windes, der 
wüstenhafte Charakter weicht Bäumen und Wäldern und grünen Hängen. In Tatopani besteht die Möglichkeit in heißen Quellen zu baden. Für uns steht die dritte große Herausforderung an. Über den Ghorapanipass auf den Poonhill. Stundenlang geht es bergauf, knapp 2000 Höhenmeter sind zu bewältigen, die Luft ist schwül und heiß und wir sind alle froh als wir am 
Abend den Ort Ghorapani erreichen. Hier, auf 3000m ist es dann schon wieder empfindlich kalt. Nachts um 4.30 Uhr beginnen wir mit dem Aufstieg auf den Poonhill. Ein grandioser Sonnenaufgang über Dhaulagiri und Annapurna Süd erwartet uns. Aber auch hundert Schaulustige. Nach dem Frühstück steigen wir durch subtropischen Urwald hinab nach Birethanti, unserer letzten Station. Am Abend gibt es noch eine kleine Feier, zusammen 
mit unseren Führern und Trägern, denen in würdiger Form ein verdientes Trinkgeld übergeben wird. Nach zwei Stunden Fußmarsch am nächsten Morgen erreichen wir den Ort und der Bus, der uns nach Kathmandu zurückbringen  soll ist auch pünktlich da. Unterwegs nach Pokhara haben wir noch einmal eine fantastische Aussicht auf Dhaulagiri und Fishtail. Wie schon die Anreise, so war auch der Rückweg nach Kathmandu ein reines Abenteuer. Die Busfahrer müssen mit geheimen Radarsystemen ausgestattet sein, so gewagt sind deren Überholmanöver.
Die Reise war insgesamt nicht abenteuerlich, abgesehen von den Bus- und Taxifahrten, aber sie war ein echtes Erlebnis. Manchmal anstrengend aber auf alle Fälle lohnenswert und ein absolutes Highlight für jeden von uns. 
Wir haben eine grandiose Natur erleben und überaus freundliche Leute kennen lernen dürfen. Es war eine hervorragende Gelegenheit, den Geist loszulassen, unsere hektische Zivilisation für eine kurze Zeit zu vergessen und sich auf wesentliches zu konzentrieren.

Namaste
    


Eine Reise ( fast ) bis ans Ende der Welt, Patagonien 2006

Wir, das sind Jürgen Müller und ich, fliegen mit Iberia via Madrid am 06.01.2006 nach Buenos Aires. Zum Zeitpunkt der Flugreservierung waren alle anderen Fluggesellschaften bereits ausgebucht, aber Iberia war nicht die schlechteste Lösung.Bei der Zollkontrolle in München gab es bereits die erste böse Überraschung, mein Zippo ( Feuerzeug ) sollte nicht mitfliegen, dann hatten wir auch noch Verspätung. In Madrid wurden wir bereits erwartet und unverzüglich in den Flieger nach Buenos Aires verfrachtet.
In Buenos Aires International Airport( EZE ) angekommen, fahren wir mit einem Shuttle – Bus zum Aeroparque, dem nationalen Flughafen, besorgen uns  ein Ticket nach El Calafate ( benannt nach einer in Patagonien wachsenden Beere ) und 1 Stunde später sitzen wir bereits im Flugzeug nach Patagonien. Jürgen staunt, wie das klappt. Für Puerto Natales in Chile, wo wir zuerst hin wollten, bekamen wir kein Ticket, so wählten wir die Alternative von Nord nach Süd. Für die 1. und 2. Nacht hatten wir uns das Hostel Los dos Pinos in El Calafate ausgesucht. Ankunft im Flughafen, Shuttle in die Stadt, alles geht reibungslos. Am Busterminal wartet eine Frau mit einem Schild Los dos Pinos. Ist das Zufall, Fügung oder was? Das ausgesuchte Domizil erweist sich als Volltreffer, die Leute sind sehr nett, hilfsbereit und der Preis für das DZ stimmt auch. Der Anfang ist gemacht und es hätte nicht besser laufen können.
Für den nächsten Tag buchen wir sofort einen Ausflug zum Perito Moreno 
Gletscher, dem Einzigen in der Welt der noch täglich wächst. Im Übrigen war ein Fernsehbericht über diesen Gletscher vor Jahren für mich der Auslöser für diese Reise.
Der Gletscher Perito Moreno gilt neben den Iguazu – Wasserfällen im Norden 
als das Naturwunder Argentiniens.Durch die Pampa, größten Teils auf Schotterpiste, fahren wir entlang des Lago Argentino, dem größten See Argentiniens, Richtung Gletscher. Es geht um einen Berg herum und wir erhaschen den ersten Blick auf das Eiswunder. 
Wir befinden uns im Parque Nacional los Glaciares und sind fasziniert von dem Anblick über das grün – blaue Wasser des Lago Argentino. Fotos, Video, natürlich. Das Wetter ist gigantisch, wie übrigens auf der gesamten Reise. Für 1 ½ Stunden wandern wir entlang des Sees und genießen immer wieder eindrucksvolle Ausblicke auf die Gletscherzunge. Von verschiedenen Plattformen, natürlich voll von Touristen, kann man beobachten, wenn der Gletscher "kalbt" und riesige Eisblöcke mit lautem Getöse in den See stürzen. Es ist, als ob ein Hochhaus im Wasser aufschlägt, wenn einer dieser, bis zu 80 m hohen Eisblöcke , abbricht. Die Bootsfahrt entlang der ca. 3 Km breiten Gletscherzunge ist lange nicht so beeindruckend, wie z. B. am Columbia Gletscher in Alaska, gar kein Vergleich, aber dennoch gewaltig und imponierend wenn man langsam an der bis 60m hohen Eisfront vorbei gleitet. Perito Moreno, der Auslöser, hat gehalten, was er versprochen hat, Volltreffer, wir waren begeistert.
Früh am Morgen des nächsten Tages geht es weiter in einer fünfstündigen Busfahrt, natürlich wieder Schotter, nach Chalten, dem Ausgangspunkt für Exkursionen ins Fitz Roy Gebiet.Chalten ( rauchender Berg, in der Sprache der Tehuelche Indianer ).Der mächtige Turm aus Stein und Eis des 3406 m hohen Fitz Roy beherrscht die südlichen Andengipfel ganz im Norden des Los Glaciares Nationalparks und ist einer der imposantesten Berge der Welt. Nicht zu vergessen der Cerro Torre mit 3128, an dem sich schon viele Bergsteiger aus der ganzen Welt die Zähne ausgebissen haben und trotz oft monatelanger Warterei den Gipfel nicht erklimmen konnten. Beide gelten unter Alpinisten als die schönsten und schwierigsten Berge überhaupt. Uns treibt aber nichts auf den Gipfel, wir bestaunen das Naturwunder von unten, was mindestens genauso schön ist. Allein die Fahrt nach Chalten war ein Erlebnis für sich, wir hatten das ganze Massiv in seiner vollen Pracht vor uns. Keine Wolke am Himmel verdeckte die Sicht, was nach etlichen Studien einschlägiger Literatur absolut ungewöhnlich ist. Wir starten unsere Tour an der Bushaltestelle in Chalten. Das erste Ziel 
der Campamento De Agostini ( benannt nach einem der ersten Bergsteiger ). 
Es ist fürchterlich heiß, Schweiß rinnt über den Körper, kein kühlender patagonischer Wind und der Aufstieg bereitet uns jetzt schon Mühe. Mein Rucksack ist zu schwer, knappe 30 Kg muss ich schleppen und die Knie tun jetzt schon weh. Durch schütteren, vom Sturm gebeutelten Südbuchenwald steigen wir bergauf, bis wir plötzlich den ersten Ausblick auf den Cerro Torre erhaschen können. Danach geht es wieder bergab. Wir laufen entlang des Rio Fitz Roy, Buschwerk, Lengas, säumen den Weg bis das Basislager des Cerro Torre, das Camp Bridwell erreich ist. Hier am Fuße der Endmoräne, die die Laguna Torre aufstaut, bauen wir unsere Zelte auf. Der See selbst, in dem sich bei gutem Wetter der Cerro Torre mit seinen Trabanten spiegelt, ist nur wenige Minuten vom Lager entfernt. Nachdem wir uns eingerichtet haben, müssen wir natürlich gleich einen Erkundungsgang zur Lagune unternehmen und einen Blick auf den See und die Gipfel werfen. Früh stehen wir am nächsten Tag auf, um den sagenhaften Sonnenaufgang zu erleben, von dem man sagt er sei mit das schönste, was Patagonien zu bieten hat. Es ist saukalt um 5.00 früh und der patagonische Wind pfeift uns durch die Kleidung. Über eine Stunde warten wir, bis die Sonne den Gletscher, die Torres und die gegenüberliegenden Berge in goldenes Licht taucht. Wahrlich ein eindrucksvolles Schauspiel. Leider sind die Torresspitzen unter Wolken, was aber die ganze Atmosphäre keineswegs beeinträchtigt. Lange bleiben wir sitzen und hängen unseren Gedanken nach, wir sind allein, niemand stört. Zurück im Lager gibt es erst einmal ein kräftiges Frühstück. Später wollen wir zur Lagune und zum Gletscher. Leider versperrt uns der Abfluss der Lagune den Weg. Über den Fluss ist zwar ein Seil gespannt, aber ohne sichernden Karabinerhaken können wir die Überquerung nicht wagen. Nächstes Ziel, nächster Versuch, Mirador Maestri, ein Biwak Camp, wo man allerdings nicht mehr zelten darf. Der Weg dahin führt uns am Kamm der Moräne entlang, wir wollen das Camp passieren und auf dieser Seite zum Gletscher und zur Ostwand des Cerro Torre gelangen. Nachdem wir zwei Stunden marschiert sind, hat leider ein Steinschlag die weitere Strecke unpassierbar gemacht, so dass wir gezwungen waren den Rückweg anzutreten. Am späten Nachmittag kehren wir ins Camp zurück und richten uns für eine weitere Nacht hier ein. Eine dreifache Portion unserer, aus Deutschland mitgebrachten, Treckingnahrung sollte wieder neue Kräfte für die nächste Etappe verleihen.
Campamento Poincenot, so heißt unser nächstes Ziel, am Fuße des Fitz Roy. Entlang der Laguna Hija und der Laguna Madre ( Mutter und Tochterseen ) führt uns der Weg nach Norden. Traumhafte Ausblicke auf den riesigen Klotz Fitz Roy und den Cerro Torre zwingen uns oft zu Pausen, um zu filmen, zu fotografieren und ehrfurchtsvoll zu staunen. Wanderer im Geiste, was willst du mehr. Zwischendurch Rucksäcke ab, mal Tee- und Suppenpause, unsere Körper schreien danach. Wir werden oft überholt von anderen Treckern. Haben den Eindruck, dass diese Leute auf Teufel komm raus die angegeben Gehzeiten unterbieten müssen. Keine Zeit für Muße, sie tun uns leid, wären wohl besser zu Hause geblieben. Pflichtausflug vom Campamento Poincenot ist der steile und sehr beschwerliche Aufstieg zur Laguna de los tres. Zunächst müssen wir kurz nach dem Camp den, an dieser Stelle sehr reißenden, Rio Blanco überqueren und passieren das gleichnamige Camp, das nur den Bergsteigern vorbehalten ist. Über unangenehme Schotterpassagen steigen wir in Kehren den immer steiler werden Weg hinauf. Oben angekommen bietet sich ein Ausblick der Extraklasse. Zu unseren Füßen die Laguna de los tres, vor uns das gewaltige Massiv des Cerro Torre und Fitz Roy. Wir sind überwältigt von der Größe und fühlen wie klein wir sind. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit steigen wir wieder ab und gönnen uns eine Zigarre um diesen Traumtag würdig abzuschließen. In der Nacht haben wir Sturm und Regen. Mir schwant Böses. Sollte unsere Glückssträhne reißen? Klaus aufstehen, Foto, ruft Jürgen. Es ist 8.00 Uhr morgens und der Fitz Roy steht in seiner ganzen Pracht vor uns. Keine Wolke am Himmel, die Sonne strahlt und wir können das ganze Panorama aus unserem Zelt heraus bestaunen.
Am Lago Capri vorbei gehen wir zurück nach Chalten. Für morgen früh bekommen wir aber keinen Bus mehr nach El Calafate, müssen so leider den  morgigen Abendbus nehmen. Um 17.00 Uhr fängt es an zu stürmen und zu regnen. Jetzt haben wir das für Patagonien angeblich so typische Wetter. Macht nichts, wir nehmen ein Zimmer in der Alberque de Niros, waschen Wäsche, ich suche ein Internetcafe auf um eine Nachricht in die Heimat zu schicken, gehen vorzüglich essen und lauschen dabei interessiert den skurrilen Geschichten einer Gruppe Bergsteiger. Unsere Sorge wegen des Wetters war unbegründet. Am nächsten Morgen strahlte die Sonne wie gewohnt die Tage davor. Was tun den ganzen Tag bis der Bus fährt? Wir gehen reiten. Jürgen hat Schiss, ist noch nie auf einem Pferd gesessen. Nach mehreren vergeblichen Anläufen treibe ich in einem Stall zwei Pferde für uns auf und einen alten Gaucho ( Carlos ), der uns führt. Der Ritt führt gemächlich durch ein ausgedehntes Tal, über Bäche, Lengagebüsch, durch Wald und über Wiesen zum Wasserfall Chorillo de Lago. Ein paar Fotos, jetzt wird langsam die Zeit knapp. Ich sage Carlos, dass wir zum Bus müssen, was er erstaunt zur Kenntnis nimmt. Bei meiner nächsten Frage, ob wir zurück galoppieren können, grinst er über sein ganzes Gesicht, das hat er von uns Anfängern nicht erwartet. Also Galopp, Carlos grinst wieder, sagt muchas gracias, wir erreichen gerade noch unseren Bus.
Wieder stundenlange Fahrt durch die Pampa, eine Erfahrung der besonderen Art, zurück nach El Calafate, wo wir wieder im Los dos Pinos übernachten.
Am nächsten Morgen 6.00 Uhr geht die Reise weiter zu unserem nächsten Ziel, dem Parque Nacional Torres del Paine ( in der Eingeborenensprache soviel wie der blaue Berg ).
Der Nationalpark beherbergt eine der schönsten Landschaften Südamerikas. 
Senkrechte Felsnadeln, riesige Gletscherzungen, Regenwald, Halbwüste, türkisgrüne Seen und schäumende Wasserfälle, eine Orgie für die Sinne. Leider ist dieses Juwel nicht nur uns vorbehalten, sondern müssen es mit einer Menge anderer Interessenten teilen. Diese sind nicht immer von der angenehmen Sorte, insbesondere unsere deutschen Landsleute zeichnen sich auch hier im negativen Sinne aus. Nachdem es im Fitz Roy Gebiet relativ ruhig zuging ( anscheinend eine andere Klientel ) war im NP Paine schon einiges geboten, darüber aber noch später. Wie gewöhnlich fahren wir über eine Schotterpiste und gelangen zum Nationalpark. Am Lago Sarmiento spiegelt sich das wiederum wolkenfreie Massiv des Paine im ruhigen Wasser. Guanakos ( eine Lamaart ) sehen wir am Straßenrand. Zwei Idioten der Sonderklasse meinen in die Herde rennen zu müssen, um von ihrer Holden fotografiert zu werden. Mir platzt der Kragen. Ein Fingerzeig auf mein nicht gerade kleines Messer am Gürtel sorgt für Ruhe. Gegen Mittag erreichen wir den Parkeingang an der Laguna Armarga
Dort steigen wir um in einen Kleinbus, der uns nach kurzer Fahrt zur Hosteria Las Torres bringt, dem Ausgangspunkt unserer Tour.
Das nächste Ziel ist das Campamento Torres. Der Weg ist sehr steil und anstrengend, verfluchter schwerer Rucksack. Über eine Hängebrücke queren wir den Rio Asencio. Auf gut markiertem Weg geht es bergauf und anschließend wieder runter zum Refugio Chileno und weiter zum Campamento Torres. Erschöpft, aber zufrieden erreichen wir das Camp im Wald, essen doppelte Portion, der schwere Rucksack fordert seinen Tribut. Der Wettergott war uns auch heute wieder hold und gewährte uns freie Sicht auf das Painemassiv. Am Abend gönnen wir uns ein Bier. Morgen früh wollen wir den viel gepriesenen Sonnenaufgang am Paine erleben. Bevor wir uns schlafen legen erspäht Jürgen noch einen Zorro ( Fuchs ), der schnüffelnd durchs Lager streicht. Wir blicken uns gegenseitig interessiert an und nach einer Weile verschwindet er in der Dunkelheit. Früh um 5.00 Uhr frage ich Jürgen nach dem Wetter, ob man denn etwas sehen kann. Nachdem er verneinte entschließen wir uns liegen zu bleiben und auf den Sonnenaufgang zu verzichten. Ein weiser Entschluss, wie sich herausstellte. Von Leuten, die es nicht glauben wollten, hörten wir, dass gar nichts zu sehen war von dem Naturereignis. Wir frühstücken und machen uns gegen 10.00 Uhr auf den Weg nach oben. Das Wetter ist wieder normal schön, die Sonne strahlt, eswird wieder heiß. Über Moränenschotter geht es steil bergauf zu einem kleinen See am Fuße des Torre, aber die grandiose Aussicht entschädigt wieder einmal für die Plagerei. Im Camp zurück gibt es ein zweites Frühstück, bevor wir ins Valle de Silencio aufbrechen. Wir sind die einzigen, die hier unterwegs sind und genießen in aller Ruhe die Schönheiten der Natur. Beobachten Wasservögel bei der Balz. Das Tal macht seinem Namen alle Ehre, es ist wirklich still. Am späten Nachmittag treten wir den Rückweg zur Hosteria Torres an und bauen dort unsere Zelte auf. 
Der Wind bläst auch wieder kräftiger. Eine lange Wegstrecke liegt morgen vor uns. Über Schotter, durch dichtes Gestrüpp geht es ständig bergauf und bergab über Bäche und Flüsse, entlang des Lago Nordenskjöld. Jürgen erspäht drei Kondore. Leider kann ich sie nicht filmen, weil sie sich nur schwer vom dahinter liegenden Berg abheben. Wir verlaufen uns. Müssen einen Steilhang hoch, 150m senkrecht unter uns liegt der See, der schwere Rucksack zieht 
hinunter, die Gefahr eines Absturzes ist hoch. Über uns ziehen die Kondore weiter majestätisch ihre Kreise. Es ist heiß, fast kein Wind, der Erleichterung bringt, wir trinken an jedem Bach. Zur Linken der See, zur Rechten die Cuernos ( Hörner ) des Paine, unsere Augen werden verwöhnt. Spät abends erreichen wir das Ziel Campamento Italiano. Hier gibt es zu unserem Erstauen eine Menge Moskitos. Da wir damit nicht gerechnet und kein Schutzmittel dabei haben, hilft nur eins, Zigaretten paffen, um die Biester zu vertreiben. Unser strenger Eigengeruch wirkt anscheinend anziehend auf sie. Lust auf Bier kommt auf, aber das müssen wir auf später verschieben. Der nächste Tag hält wieder einen Höhepunkt für uns parat, das Valle Frances. Steil ist der Aufstieg zum Campamento Britanico, Wir erleben zahlreiche Lawinenabgänge, die mit lautem Getöse den Berg hinunter stürzen. Die Cuernos, das Painemassiv, der Lago Pehoe buhlen darum, wer den schönsten Anblick bietet und zwingend dauernd zu Foto- und Filmpausen.
Unsere Vorräte gehen zur Neige. Wir haben keine chilenischen Peso mehr und rätseln wie wir die nächsten Tage überstehen. Ich frage einen Ranger nach einer Möglichkeit und er antwortet, dass man im nächsten Camp mit Dollars bezahlen kann, wir sind gerettet. Die Steigerei geht zunehmend an die Substanz, die Knie schmerzen nach wie vor, Jürgen tut auch noch der Rücken weh. Die nächste Etappe zum Lago Pehoe ist ätzend. Meist geht es durch Dickicht, wie zu Hause beim " Schwammerlsuchen ", kaum Aussicht, dazu passt der Regen, der jetzt eingesetzt hat. Im Camp kaufen wir Vorräte, Salami, Brot, Riegel etc. Der Regen hat auch aufgehört und wir marschieren weiter zum Refugio Grey, einem Campamento der Sonderklasse. Wunderschön,  idyllisch gelegen am Rande der Zunge des Grey Gletschers, ein Platz zum träumen. Mit Heißhunger verzehren wir die Salami, dazu gibt es endlich Bier. Ein paar ausgemachte Idioten ( natürlich wieder einmal deutsche Pauschaltouristen ), die per Boot über den See kamen und hier Station machten, stören die Ruhe, saufen und grölen bis nachts um zwei Uhr.
Ohne Rucksack gehen wir am nächsten Tag zum Paso Garner, immer am Gletscher entlang, durch Urwald, klettern durch eine tiefe Schlucht, hangeln uns über eine Hängeleiter wieder hoch und machen an exponierten Stellen Rast, um die faszinierenden Ausblicke auf den Gletscher zu genießen. Das Licht ist heute einmalig und ich bedauere, dass ich meine 
Spiegelreflexkamera zu Hause gelassen habe um Gewicht zu sparen. Mit der Digitalkamera werde ich wohl nicht annähernd gleich gute Bilder machen können. Sehr früh am nächsten Morgen machen wir uns an den Abstieg zum Lago Pehoe. Gegen Mittag besteigen wir den Katamaran, der uns über den See zum Bus nach Puerto Natales bringen soll. Eine kräftige Böe sorgt dafür, dass jetzt meine schöne Kappe und die Sonnenbrille auf dem Grund des Sees liegen. Die Aussicht vom Boot aus ist atemberaubend. Gegen das Blau des Himmels zeichnen sich die Konturen des Painemassivs wunderbar ab. Der Anschluss klappt wieder einmal wie bestellt. Drei Stunden Busfahrt nach Puerto Natales. In Puerto Natales haben wir weitere drei Stunden  Aufenthalt, bis uns der nächste Bus nach Punta Arenas in Feuerland bringen soll. Die Zeit vertreiben wir uns mit zwei, drei kühlen Bieren, verpassen fast die Abfahrt und ich verliere deshalb meine Pudelmütze. Zwei Kopfbedeckungen an einem Tag, das ist zuviel.
Gegen 23.00 Uhr kommen wir in Punta Arenas an und beziehengleich gegenüber des Busterminals in der Residencia Coiron unser Quartier. Eine ältere Dame mit Hund empfängt uns und wir ratschen noch ein Weilchen mit ihr. Was für ein Tag. Am Morgen noch am Grey Gletscher und jetzt spät abends am Meer in Punta Arenas, in Tierra del Fuego. Wir wollen die angeblich größte Kolonie von Magellanpinguinen, mit einer Population von 60.000 Tieren auf der Isla Magdalena besuchen. Bei COMAPA erfahren wir, dass es keine Möglichkeit gibt, von hier oder Ushuaia nach Buenos Aires zu fliegen, es ist alles restlos ausgebucht. Ratlosigkeit, wir stellen uns schon auf eine sehr lange Busreise ein. In einer kleinen Agentur erstehen wir zwei Tickets für eine Bootsfahrt zu den Pinguinen. Verbringen 3 Stunden in der Zona Franca ( einem Industriegebiet ), ohne Essen und Trinken, weil wir zu früh an der Bootsanlegestelle sind. Auf dem Schiff frieren wir zwei Stunden, aber die Vorfreude auf die kleinen Viecher lässt uns das mit stoischer Ruhe ertragen. Die Insel kommt näher, der Leuchtturm ist zu sehen und mit dem Fernglas kann man auch schon die Pinguine erspähen. Spinnt der Kapitän?. Anstatt anzulegen, dreht er plötzlich ab und fährt zurück, angeblich weil die Wetterbedingungen zu schlecht wären. Quatsch, wir vermuten, dass er einfach keine Lust hatte, anzulegen. Die Enttäuschung der Passagiere kann man sich vorstellen. Wir sind extra dafür die weite Strecke hier her gefahren und nun das. 50% Rückerstattung sollten wir erhalten, aber nachdem wir die Fahrkarten nicht bei COMAPA direkt, sonder in einer Agentur erworben haben, sollten wir die Rückerstattung auch dort bekommen. Nachts um 22.30 war das Büro natürlich zu. Wir lassen uns den Abend aber nicht verderben und gönnen uns ein feudales Essen. Ein äußerst witziger Ober, ein paar Biere und Cola de Mano ( =aguardientes, Schnaps ) tragen mit dazu bei, dass der Tag doch noch einen schönen Abschluss findet.
Früh um 7.00 Uhr stehen wir am Busterminal, wollen zurück nach El Calafate, weil wir uns von dort aus doch noch einen Flug erhofften. Wen treffen wir da? Den Chef der Agentur, wo wir die Tickets für die Bootsfahrt gekauft hatten. Ich erkläre ihm die Situation und er sagt mir, dass ich ihm von zu Hause aus eine E-Mail schicken soll, dann wird er mir den Rückerstattungsbetrag überweisen. Ich bin gespannt.In Puerto Natales gehen wir sofort in das Lokal in dem ich vermeintlich meine Pudelmütze verloren hatte. Natürlich weiß keiner was, ich schreibe die Mütze endgültig ab. Wir übernachten auf dem Campingplatz bevor es nach El Calafate weiter geht. Gerade als wir unsere Zelte aufbauen erscheint ein Angestellter des Lokals, er begleitete ein älteres Paar auf den Campingplatz. Als ich auf ihn zugehe, erkennt er mich auch und auf meine Frage nach der Mütze erklärt er mir, dass er sie gefunden hat und sie noch im Lokal sein muss. Kurz und gut, nach etlichem Hin und Her, ich habe meine Pudelmütze wieder. Sind das Zufälle?Wir kommen am nächsten Tag mittags in El Calafate an und begeben uns sofort in das örtliche Büro von Aerolineas. Ich sage: Wir hätten gerne einen Flug nach Buenos Aires. Selbstverständlich, antwortet die nette Dame hinterm Schreibtisch, ab März sind Flüge verfügbar. Danke, aber das hilft uns nicht wirklich weiter. Rätselraten, Lösungen finden, ich hab`s. Mit ein Ziel auf unserer Reise war für mich ein Besuch der Halbinsel Valdez. Dort in der Nähe, in Trelew, gibt es einen Flughafen. Der Computer teilt uns mit, dass für den 27.01.06 noch zwei Plätze frei sind, ideal, denn am 28.01.06 geht unser Flieger von Buenos Aires nach Hause. Sofort reservieren, Tickets bezahlen, zurück zum Busterminal, die letzten zwei Karten ( Liegeabteil ) für den Nachtbus nach Trelew erstanden, 30 Minuten später sitzen wir wieder einmal im Bus. Jürgen kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Vor uns liegen 16 Stunden Busfahrt durch die Pampa. Man kann sich das nicht vorstellen, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen und erlebt hat. Pampa, das ist Nichts, das ist Gras und niedriges Buschwerk bis zum Horizont, vorne, hinten, links und rechts. Unglaublich. Wir erreichen Trelew, nach Valdez sind es noch mehr als 200 Km. Nächster Bus,nächste Station Puerto Madryn, ein netter Urlaubsort am Atlantik. Der Campingplatz liegt etwas außerhalb, ein steiniger, staubiger Platz, der schlechteste auf der ganzen Reise, Discomusik bis morgens um 6.00 Uhr. Nach etlichen Anläufen können wir auch eine Fahrt auf die Halbinsel organisieren, aber Führung in spanisch, egal, meine Kenntnisse reichen soweit schon aus.
Valdez Peninsula, der Ausflug hat sich wahrlich gelohnt. Seelöwenkolonie, Seeelefanten, Pinguine ( endlich ) Guanakos, Nandus ( eine Straußenart ), Adler, Kormorane, Gürteltiere, Tierfreund, was willst Du mehr. Unser Glück war natürlich auch, dass wir einen Kleinbus bekommen haben und die anderen Fahrgäste Einheimische waren. Der Führer schlug vor, die Fahrt entgegen der normalen Route zu machen, was für uns den Vorteil hatte, dass wir immer vor den großen Bussen bei den Tieren waren und in Ruhe filmen und fotografieren konnten. Wenn dann der große Schwarm der anderen Ausflügler ankam, fuhren wir wieder weg. Prima gemacht Juan. Zum guten Schluss hat er noch ein Boot organisiert, das uns ganz nahe an eine Seelöwenkolonie heranbrachte, wir konnten sie fast berühren.Wir entschließen uns am Abend, nicht länger hier zu bleiben und fahren am nächsten Vormittag zurück nach Trelew, erkundigen uns dort nach einem Campingplatz, müssen wieder mit dem Bus ein paar Kilometer fahren und erreichen am Nachmittag in der Nähe von Rawson den Campingplatz Pacifico, dem ruhigsten auf der ganzen Reise. Bis zum späten Abend sind wir die einzigen Gäste. Die Besitzerin ist auch unheimlich freundlich und bringt uns früh am nächsten Morgen zum Flughafen.

Ankunft in Buenos Aires, nach einem Bus in die Stadt fragen, sofort ein gemütliches Hotel finden, wieder einmal staunt Jürgen, wie das alles klappt. Mangels Kleingeld und mit freundlicher Hilfe des Busfahrers machen wir noch eine ( unfreiwillige ) Stadtrundfahrt. Die restliche Zeit bleibt für einen Besuch der Plaza de Mayo mit der Kathedrale und dem Parlament. Laufen planlos durch die Stadt, bestaunen manche Bauwerke, erstehen noch CD`s und Matekalebassen, lassen uns einfach treiben. Ein paar Biere in einer gemütlichen Kneipe helfen uns über das Ende einer wahrlich beeindruckenden Reise hinweg.
Vieles stimmt nicht, was in den Reiseberichten geschrieben steht über Wetter, ( Sturm, Regen, Kälte, Wind ), Gefahren, Einsamkeit ( man ist dort nicht mehr allein ) usw, manches ist arg übertrieben. Am Ende der Welt hat der " Massentourismus " Einzug gehalten, was der Schönheit der Natur natürlich keinen Abbruch tut, aber das Leben dort hat sich verändert.


Reisebericht Tibet

Wir fliegen mit Quatar Airways ( empfehlenswert ), sitzen allerdings 7 Stunden in Doha fest und kommen mit 4 Stunden Verspätung in Kathmandu an. Unser Fahrer hat geduldig am Flughafen gewartet und nachdem wir die lästigen und unverschämten „ Gepäckträger „ abgeschüttelt haben, tauchen wir wieder ein in das unvorstellbare Verkehrschaos dieser Stadt. Uns war das ja alles schon bekannt, aber für Jemanden, der hier zum ersten Mal ankommt, ist das schon ein Kulturschock.
Chhabi, unser Reiseveranstalter von „ Nepal Summit Trekking „ und Chef des ACME Guesthouse, welches absolut empfehlenswert ist, wirkt auf Anhieb sympathisch und bei einigen Bierchen führen wir ein ausgezeichnetes Gespräch über alles Mögliche, insbesondere natürlich Nepal und Tibet. Auch wir dürften keinen schlechten Eindruck hinterlassen haben, denn ein Bediensteter des Guesthouse lädt uns spontan zu seiner morgigen Hochzeit in einem Bergdorf ein. Wir sind natürlich begeistert und sagen sofort zu. Wann hat man schon solch eine Möglichkeit.
Allein die Fahrt durch das Kathmandu Valley ist beeindruckend und die Hochzeitsgäste, sowie die Dorfbewohner sind zwar etwas erstaunt über die exotischen Gäste, aber wir werden sehr herzlich aufgenommen. Die Hochzeitsfeierlichkeiten dauern Stunden und es ist wahnsinnig heiß. Irgendwann sprachen uns 3 junge Burschen an und meinten wir sollten uns die Gegend etwas genauer ansehen und vor allen Dingen die einheimischen Getränke probieren. Was dann genau geschah, darf ich hier nicht erzählen, nur soviel, es war ein Erlebnis der besonderen Art.
Am nächsten Morgen brechen wir und unsere Mannschaft ( Guide, Sherpa und Koch ) zeitig auf zur Fahrt über die Grenze nach China. Der Fahrer rast, als ob er die Ralley Monte Carlo gewinnen will. Von der wunderschönen Landschaft kriegen wir kaum etwas mit, dafür wird mein Schädel mit Beulen versorgt. In Zhangmu, so heißt der Grenzübergang, herrscht reges Treiben. Träger, die auf Lasten warten, Schmuggler, Bettler und Touristen. Etliche Träger transportieren unsere Ausrüstung ( Zelte, Verpflegung etc ) über die Grenze. Die Formalitäten werden vom tibetischen Guide, der uns bereits erwartet, problemlos abgewickelt.
Wir sind nun 8 Personen ( Jürgen und ich, 1 Koch, 1 Sherpa, 1 Helfer, 1 tibetanischer Guide und 2 Fahrer ). Nachdem der chinesische Truck beladen war und wir im Landcruiser Platz genommen haben, setzt sich unsere kleine Expedition in Bewegung Richtung Kailash.
Über eine Straße, die gerade im Bau ist fahren wir nach Jambla, wo wir bereits auf 3800 m in einem schlichten Hotel übernachten. Ein trostloses Nest, saukalt, man merkt schon die Höhe. Nach einem einfachen Abendessen gehen wir früh schlafen, wie überhaupt in den nächsten 2 Wochen. Ich habe gefroren und Jürgen schnarcht, wie immer. Es geht weiter, ein Stück noch auf der neuen Straße, dann stundenlang über eine elende Waschbrettpiste und teilweise querfeldein, immer entlang des Himalaya. Leider spielt das Wetter nicht mit, die Schneeberge sind wolkenverhangen und wir können nur hin und wieder einen Blick erhaschen. Am Paikotso – See machen wir Rast, treffen ein paar Tibeter und genießen die schöne Landschaft. Zwei Radfahrer schleichen den ersten Pass über 5000 m hoch. Ab heute ist Zeltübernachtung angesagt, die Temperaturunterschiede bis teilweise 30 Grad am Tag machen uns zu schaffen. Tagsüber wird es heiß und nachts fällt das Thermometer teilweise bis -10 Grad. Die grandiose Landschaft entschädigt für alles, auch die nach wie vor miserable Piste. Filmen ist bei dem Geschaukle nicht möglich, legen öfter eine Foto- und Filmpause ein. Wir sehen Wildesel, Yaks, Kraniche, Gazellen, Murmeltiere, Tibetschafe. Entlang des Brahmaputra gibt es Sanddünen wie in der Sahara, eine beeindruckende Landschaft. Manchmal gibt es Pausen, in denen wir in einem Teezelt etwas zu uns nehmen, meist „ vegetable noodle soup „.Am 3. Tag erreichen wir den heiligen See Manosarowar, an dem wir 2 Tage verbringen. Eingerahmt vom ebenfalls heiligen Berg Kailash und seiner „ Schwester „ auf der gegenüber liegenden Seite bietet die Landschaft ein sagenhaftes Bild, in klarer Luft und einem Himmelblau, das seinesgleichen sucht. Wir machen eine kleine Tour zur Seralong Gompa, genießen die Atmosphäre in einem Teezelt, der Ofen, mit Yakmist beheizt, spendet wohlige Wärme. Die erste Nacht ist sternenklar und bitterkalt, in der 2.Nacht werden wir von einem Schneesturm überrascht. Jürgen geht es zunehmend schlechter. Seit Tagen quält er sich mit der Höhenkrankheit herum, die Tour zur Gompa hat ihm den Rest gegeben. Die nepalische Crew kümmert sich vorbildlich um uns, das Essen ist reichlich und schmeckt, es fehlt an nichts, sogar an ein Toilettenzelt wurde gedacht. Wir haben noch 2 Tage bis zum Kailash, wenn es Jürgen bis dahin nicht besser geht, kann er die Umrundung vergessen. Auf der Weiterfahrt begegnen wir einer Yak – Karawane, ein wunderbares Schauspiel.
Ausgangspunkt für die Kora ( Umrundung ) ist Darchen, ein Dreckloch, wie ich es selten erlebt habe, und ich habe schon viel gesehen. Zu allem Überfluss will mich auch noch ein Hund beißen, aber ein gezielter Tritt an seinen Schädel lässt ihn winselnd hinter einer Hütte verschwinden. Jürgen geht es schlechter. Nach eingehender Beratung mit dem tibetischen und nepalesischen Guide beschließen wir, ihn in einen Ort, 200 Km tiefer gelegen, zu bringen. Die Umrundung mache ich mit dem Koch, dem Sherpa und einem Träger. Wir gehen 3 Tage und übernachten zweimal in Hütten, die normalerweise für indische Pilger reserviert sind. Dadurch, dass die Pässe noch verschneit sind, waren noch keine indischen Pilger unterwegs, so dass wir die Hütten benutzen konnten. Der erste Tag birgt keine nennenswerten Schwierigkeiten, es geht stets relativ eben dahin und man kann eine wunderbare Aussicht genießen, allerdings ist es sehr kalt, der Träger leiht mir seine Handschuhe.  Ich komme gut mit der Höhe zurecht, meine Begleiter passen sich meinem Tempo an und nach 7 Stunden erreichen wir das erste Etappenziel. Die Hütte ist schäbig, Toiletten, sowie Waschmöglichkeiten gibt es nirgends. Das Essen wird von meinem Koch wie immer hervorragend zubereitet, im Teezelt gibt es tibetische Musik von einer Video CD, zwei Frauen singen innbrünstig mit, es ist eine sehr angenehme Stimmung. Trotz der widrigen Umstände habe ich sehr gut geschlafen und früh am Morgen brechen wir wieder auf, denn es erwartet uns ein langer Tag und ein anstrengender Aufstieg. Die Sonne scheint, aber nach wie vor ist es kalt. Der Dölma La Pass ist verschneit und eisig. Dies ermöglicht uns aber einen direkten Aufstieg, der zwar steiler, aber auch etwas kürzer ist. Ich komme sehr gut mit der Höhe von knapp 6000 m zurecht, besser als ich gedacht habe und oben angekommen haben mich meine Begleiter ausdrücklich gelobt. Das traumhafte Wetter, die klare Sicht auf die Berge, der Kailash zum Greifen nah, Gebetsfahnen im Wind, der Dölma Opferstein, es ist ein tief beeindruckendes Erlebnis und wir verweilen einige Zeit. Die Übernachtung allerdings war noch einmal eine negative Steigerung in Punkto Komfort etc, aber in dem Moment achte ich nicht darauf. Vielmehr bin ich beschäftigt, die anwesenden Tibeter ( Pilger, Nomaden ) zu beobachten. Es ist unglaublich, wie schmutzig die teilweise sind. Eine Zeltübernachtung, wie geplant, wäre mir lieber gewesen, aber das ging ja leider nicht. Der Rückweg nach Darchen war dann ein Kinderspiel, wenngleich landschaftlich auch beeindruckend und Begegnungen mit wilden Yaks und Ziegenherden eine taten ein Übriges um die Kora am Kailash zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen.
Der Rest der Mannschaft und Jürgen haben uns bereits erwartet, aber erst musste ich mit meinen Begleitern die erfolgreiche Tour mit einem Schnaps begießen, den ich aus medizinischen Gründen die ganze Zeit mit mir führte. Jürgen ging es noch schlechter als vorher, die Maßnahme hat nichts gebracht. Wir beschließen, in das Everest – Gebiet aufzubrechen, in der Hoffnung, dass es ihm bis dahin besser geht.
Die Strecke bis Parang war übel, kilometerlang Waschbrettpiste und Wüste. Wir sehen Yaks, Wildesel und Gazellen und ich frage mich, was diese Viecher hier fressen. Es gibt eine Diskussion mit den Tibetern, sie wollen im Ort, im neu gebauten Hotel übernachten und dafür sollen wir auch noch extra bezahlen. Vorgesehen war nach Plan aber eine Zeltübernachtung. Wir einigten uns auf das Hotel und sie bezahlen. Für Jürgen war es eigentlich auch besser.
Am nächsten Morgen verlassen uns die Nepalesen. Wir sind ein wenig traurig, weil sie wirklich hervorragend gearbeitet und uns versorgt haben. Ein fürstliches Trinkgeld war dann auch der Lohn für die Mühe.
Wir fahren wieder entlang des Himalaya Richtung Tingri, die Sicht ist meist gut, passieren Shisha Pangma, Cho Oju, Lohtse usw.. Unterwegs unterhalten wir uns mit Nomadenmädchen, die gerade ihr Lager aufgebaut haben. Das Everest – Basecamp können wir vergessen, das Einzige, was Jürgen wieder auf Vordermann bringen kann, ist tiefer zu fahren, wir biegen ab in Richtung Shigatse.
In Shigatse gibt es nach zwei Wochen Wildnis und Einsamkeit zum ersten Mal wieder eine Dusche. Nachdem wir uns entsprechend versorgten, machen wir uns auf die Suche nach einem Internet – Cafe um eine Meldung nach Hause zu schicken. Die Umstellung tut Jürgen sichtlich gut, mit jeder Stunde geht es ihm besser, wir besuchen Taishilunpo, eine eindrucksvolle Klosterstadt, machen die Kora und steigen auf zum Dzong, einer beeindruckenden Burg. Schlendern durch die „ Altstadt „, oder das was von ihr übrig geblieben ist.
Von Shigatse geht es dann auf dem „ Friendship – Highway „ weiter nach Gyantse und dann nach Lhasa. In Gyantse besuchen wir das dortige Kloster mit einer beeindruckenden Stupa und einer wunderschön, auf einer Bergspitze gelegenen Burg. Haben die einmalige Gelegenheit den Mönchen bei der Erstellung eines Sand – Mandalas zuzusehen.
Auf dem Weg kommen wir an zahlreichen Ruinen aus dem 13. Jahrhundert, der Zeit der Gurkha – Kriege, vorbei. Sehen Bauern beim Bestellen der Felder, die Gegend scheint sehr fruchtbar zu sein und je mehr wir uns Lhasa nähern, desto grüner zeigt sich die Landschaft.
Bevor wir allerdings Lhasa erreichen machen wir noch einen Abstecher zum Yamdroksee, um einen letzten Blick auf den Everest zu erhaschen. Leider spielt das Wetter nicht mit, auf dem Pass regnet und schneit es, die Sicht ist gleich Null.
Lhasa beeindruckt natürlich mit dem Potala, ein gewaltiges Bauwerk, sowie dem Jokhang Tempel, Norbulingka, die Sommerresidenzen der Dalai Lamas, den Klöstern Drepung und Sera, nicht zu vergessen natürlich die Altstadt, den Parkhor. Der Potala zieht uns magnetisch an, wir verwenden sehr viel Zeit ihn zu umrunden, zu besichtigen und von allen Seiten anzusehen. Prächtig der Jokhang  - Tempel mit seinen goldenen Türmchen. Das Kloster Drepung ist derzeit das größte in Tibet und im Sera – Kloster bewundern wir den Unterricht der Mönche im Freien. In Norbulingka verbringen wir einen ganzen Tag und genießen die Ruhe und Schönheit der Anlagen. Der Parkhor zieht uns jeden Tag in seinen Bann, mit den verwinkelten Gassen, den nie endenden Strom der Pilger um den Jokhang. Jürgen führt einen „ small talk „ in einem Lokal mit einem älteren Pilger, welcher selbst die sonst sehr reservierten Tibetern herzerfrischend lachen lässt. Zu den verschiedensten Tageszeiten lassen wir uns treiben und erkunden jeden Winkel der Stadt, in der einmal die tibetischen Aristokraten wohnten. Es ist eine andere Welt. Überraschend für uns die Sauberkeit, da zeigt sich der chinesische Einfluss von seiner positiven Seite, was man sonst nicht behaupten kann. Aber das ist ein anderes Thema.
Nach 6 Tagen Lhasa fliegen wir nach Kathmandu zurück. Leider sitzen wir auf der falschen Seite, so dass uns die Sicht auf den Himalaya und den Everest wieder entgehen. Somit sind wir fast gezwungen in Kathmandu einen Mountain – Flug zu buchen um ganz nah an die Berge heran zu kommen. Es hat sich allemal gelohnt. Kathmandu kannten wir ja schon von unserem Besuch vor 5 Jahren. Es hat sich viel verändert, aber die wichtigsten Örtlichkeiten wie Durbar Square, Bodnath, Swambunjath oder Pashupatinath, die wir alle noch einmal besuchten, sind unverändert interessant. Leider konnten wir unsere 3 Freunde von der Hochzeit nicht mehr treffen. Trotzdem hatten wir noch eine Menge Spaß mit diversen Händlern, zerstörten unfreiwillig eine Rikscha, konnten beinahe eine Karate – Veranstaltung besuchen und hatten viele angenehme Gespräche mit Chhabi und den Jungs vom ACME Guesthouse.
Nach 3 Tagen Lärm, Staub und Gestank waren wir aber froh, wieder die Heimreise antreten zu können. 

Namaste


Reisebericht
Trekking West-Malaysia Taman Negara und Mulu NP Borneo

Mein Sohn Michael und ich haben uns diese Tour vorgenommen, mit dabei Jürgen und Vanessa. Wir fliegen mit Thai Airways über Bangkok nach Kuala Lumpur. Bei der Gepäckausgabe stellt Michi fest, dass sein nagelneuer Rucksack gerade auf der Trageseite total mit Honig verschmiert war. Ein gedankenloser Fluggast hat wohl nicht bedacht, dass das Zeug auch auslaufen kann. Michael ist stocksauer, verflucht Gott und die Welt, vor allem den oder die Verursacher/in. Mit dem Express-Zug zum Hbhf, weiter mit dem Taxi zum Hotel, alles geht problemlos. Als Erstes sollten wir für den nächsten Tag die Fahrt zum Taman Negara NP organisieren. Der Taxifahrer überzeugt uns, dass die geplante Bus-und anschließende Bootsfahrt unterm Strich auch nicht billiger käme, als wenn wir gleich mit dem Taxi fahren. Nach kurzer Unterredung haben wir uns auch dafür entschieden. Einchecken im Hotel Vistana. Die sehr netten Angestellten bemühen sich gleich um eine Reinigung des Rucksacks, was ihnen auch gelingt, zudem noch kostenlos, das ist Service. Die Zeit drängt, wir wollen auf die Petronas Twin Towers, aber leider waren wir etwas zu spät dran, so dass wir dieses imposante Bauwerk nur von unten aus bewundern konnten. Fahren mit der U-Bahn kreuz und quer durch die Stadt, essen in China Town Tom Yam Suppe ( höllisch scharf ) erledigen noch kleinere Einkäufe und fahren zurück ins Hotel. Schon während dieser kurzen Zeit können wir spüren, was in Punkto Hitze und Luftfeuchtigkeit in den nächsten Tagen auf uns zu kommt, aber das sollte noch viel dramatischer werden.

Taman Negara:
Mit 130 Millionen Jahren der älteste Urwald der Welt.
Das bestellte Taxi ist pünktlich da und der sehr versierte Fahrer bringt uns sicher an die Bootsanlegestelle in Kuala Tembeling. Leider sind wir viel zu früh dran, das nächste Boot legt erst um 14:00 Uhr ab. Rückfahrt organisieren, etwas essen, trinken, warten, die Zeit vergeht und pünktlich besteigen wir das Boot mit Außenbordmotor für die 3 stündige, hochinteressante Fahrt auf dem Tembeling River nach Kuala Tahan, dem Ausgangspunkt für die Tour in den Taman Negara NP. Bei Ankunft erste Diskussionen um die Aktivitäten während der nächsten Tage. Wir entscheiden uns für eine 3 -Tagestour, was, wie sich später herausstellte, die bestmögliche Entscheidung war. Schwierig gestaltete sich die anschließende Quartiersuche, da gerade sehr viel Leute unterwegs waren. Das auf der anderen Flussseite gelegene Ressort ist viel zu teuer und im Dorf gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Unterkunftsmöglichkeiten. Kurz und gut, wir schaffen es, Michi und ich kommen im Tahan - Guesthouse unter, sehr empfehlenswert, ruhig und nette Leute. Nach einem gemeinsamen Abendessen ist Michi nach Bier, kein Wunder, aber das zu organisieren ist noch schwieriger als die Zimmersuche. Jürgen und Vanessa begeben sich zur Ruhe und wir schaffen es tatsächlich Bier zu besorgen, über den Preis zu sprechen lohnt nicht.

Am nächsten Tag sind wir viel zu früh am Treffpunkt für unsere Tour und fahren trotzdem mit einer Stunde Verspätung ab. Zunächst geht es wieder mit dem Boot über zahlreiche Stromschnellen flussaufwärts, sehen einen Waran und Eisvögel, ehe wir mit dem Fußmarsch beginnen. Am Vorabend hatte ich mit einem Mädchen der Agentur vereinbart, dass wir Vier und ein Guide auf Tour gehen, aber das erwies sich als Trugschluss. Wir waren nun für den ersten Tag 16 Leute, 2 Guide`s, eine Azubi und ein Orang Asli als Träger für die Kochutensilien. Die überwiegend jungen Leute laufen los, als müssten sie ein Rennen gewinnen. Wir haben durch die Verspätung bei der Abfahrt schon etwas Zeitdruck, weil wir vor Einbruch der Dunkelheit eine Höhle erreichen sollten, in der wir übernachten wollten. Der Pfad an sich war nicht sonderlich schwierig, es galt insbesondere auf die unzähligen Wurzel am Boden zu achten, div. Schlammlöcher waren zu überwinden, nicht zu sprechen von den vielen Baumstämmen, die als Brücken dienten. Was uns am Meisten zu schaffen machte, war jetzt schon die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit, wie bereits anfangs erwähnt. Jeder Fetzen Stoff am Leib war nass und wurde auch nicht trocken. Wir ließen uns von dem hohen Tempo, das die Gruppe anschlug nicht beeindrucken und versuchten auf seltene Tiere und Pflanzen zu achten, zugegeben mit mäßigem Erfolg. Abo, der Orang Asli und E einer der Guides waren sehr bemüht uns hierbei zu unterstützen. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir die Höhle, den Schlafplatz für die erste Nacht. Die Guides kochen, wir richten unsere Sachen her, jeder war irgendwie mit sich beschäftigt. Außerhalb der Höhle gab es einen Bach, in dem man sich waschen und etwas erfrischen konnte. Toilette gab es natürlich keine, dafür musste der Wald
herhalten, in der Dunkelheit manchmal nicht einfach. Die Guides kochen ein schmackhaftes Essen, von dem ich leider nichts abbekommen habe, weil unter anderem ein Paar sich als Erste eine Überportion gönnte, wohl in der Annahme, es ist das letzte Essen. Enim und E geben mir etwas von Ihrem Essen, dazu zwei Riegel, es ist ok, ich muss nicht hungrig in meinen Schlafsack schlüpfen. Taschenlampen gehen an, räuspern, gemurre, Jürgen ist wieder einmal am Sägen. Fürchterlich, Ohrstöpsel helfen nicht. Nachts um 3 Uhr stehen die Guides auf, machen das Lagerfeuer neu an, kochen, auch sie können wegen des Schnarchens nicht schlafen. E gesellt sich zu Michi, wir trinken 2-3 Schluck Whisky und nehmen einen neuen Anlaufum etwas Schlaf zu bekommen. Am nächsten Tag kommen wir erst gegen 11 Uhr von der Höhle weg. Der Marsch ist wieder beschwerlich, aber ein sehr gutes Training für die Mulu-Tour. Zweimal haut es mich fürchterlich hin, haben den ersten Kontakt mit Blutegeln. Lunch und Baden im Fluß weckt wieder unsere Lebensgeister. Sehe eine Schlange im Wasser und habe eine Schildkröte in der Hand, worüber ich mich zunächst einmal fürchterlich erschrecke. Alles ist nach wie vor nass, nichts trocknet, ich schenke E meine Hose. Die Gruppe trennt sich wir sind nur noch zu sechst, wir vier und ein australisches Paar. Die nächste Übernachtung ist auf einer Art Hochstand. Wir werden von einer von einer Ratte begrüßt, die den Platz wohl als ihr Eigen betrachtete. E befördert sie kurzerhand in die Tiefe. Wir kochen Essen. E stellt für sich, Michi und mich eine Flasche Whisky und Cola hin ( als Dank für die Hose und weil er sich mit Michi sehr gut versteht ), allein, die anderen waren schneller. E nimmt es gelassen hin, sondert sich aber ab. Schauen uns in der Dunkelheit die Augen nach Tieren aus, sehen zwei Augenpaare, vermutlich Lemuren und sonst nur Falter und eine riesige Heuschrecke. Am nächsten Tag der Canopy Walkway, mit 400 m Länge der längste der Welt, aber insgesamt enttäuschend. Zunächst wurde die höchste Stelle gerade repariert, dann hatten wir das „Vergnügen“ eine Gruppe Chinesen vor uns und etliche andere Leute hinter zu haben, was bedeutete, dass wir durchgeschleust wurden und nicht viel Gelegenheit hatten, Pflanzen oder Tiere näher und in Ruhe zu betrachten. Wesentlich interessanter und beeindruckend war der anschließende Besuch in einem Dorf der Orang Asli, jenes in dem Abo, der Träger vom Vortag, stammte. Die Männer waren bis auf Abos`Bruder und einem anderen Dorfbewohner auf der Jagd und den Frauen waren wir, wohl auch unserer Größe wegen, offensichtlich nicht ganz geheuer, sie waren sehr scheu. Abos Bruder wies uns in die Geheimnisse des Feuermachens ein und mit dem Blasrohr versuchten wir Garfield ( Puppe als Zielscheibenersatz ) zu erlegen. Knapp daneben, hätten hungern müssen. Zurück mit dem Boot nach Kuala Tahan und dann wieder Zimmersuche. Nach wie vor waren viele Leute im Park und die Gästehäuser ausgebucht. Michi und ich finden eine tolle Unterkunft im Durian Chalet, wunderschöner Garten, sehr freundliche Leute, knapp 2 Km außerhalb für 50.-MRI. Ein freundlicher Gast bringt uns mit einem uralten VW-Kombi ins Dorf, schauen uns noch einen Film über den Nationalpark an, sehr interessant, besorgen uns was zu trinken und feiern dann den Abschluss der ersten Tour.
Alles in Allem, Taman Negara ist einen Besuch wert, das Touren ist auch nicht sehr anstrengend, wenn man ein wenig Fitnes mitbringt, obwohl man ständig schwitzt wie in einer Sauna. Die Flora ist wunderschön, für die Tierwelt muss man die Dämmerung oder Nacht abwarten, aber da sich sehr viele Leute im Park aufhalten, haben sich die meisten Tiere weiter nach Norden zurückgezogen. E hat mir erzählt, dass er diesen Job seit 3 Jahren macht und in dieser Zeit 4 Mal auf Elefanten gestossen ist. Der Canopy Walkway ist für Leute interessant, die so etwas noch nie gesehen haben, ansonsten kann man getrost darauf auch verzichten. Empfehlenswert ist eine Nachtwanderung mit Führer, ein paar Insekten sieht man allemal. Auf alle Fälle lohnenswert ist die Anreise mit dem Boot, denn hier kann man bereits erste Eindrücke vom Urwald gewinnen, obwohl sich hinter den Bäumen endlose Ölpalmen- und Kautschukplantagen sowie Farmen befinden. Der Wald ist größten Teils gerodet.

Zurück nach Kuala Lumpur mit dem Taxi in ca. 3-4 Stunden, insgesamt billiger als die Hinfahrt. Wieder etwas Sightseeing, muss mir eine neue Videocamera kaufen, weil die alte die Luftfeuchtigkeit nicht verträgt, es wird insgesamt ein teuerer Tag in KL.
Am nächsten Tag fliegen wir nach Kuching auf Borneo. Für mich bedeutet das 3 Tage Karate beim KOI World-Cup. Michi verbringt die Tage am Damai Beach, im Bako NP und in der Semenoggh Orang Utan Station. Treiben uns an der Waterfront herum, machen eine Nachtsafari in die Mangroven, in der Hoffnung Delfine und Krokodile zu sehen ( hatten wohl keinen Ausgang ) genießen vorzügliches Seafood und einheimisches Essen zu günstigsten Preisen.

Mulu NP
Vor dem Abflug verzweifelte Suche nach einem zusätzlichen Akku für meine neue Kamera, vergeblich. Fliegen über Miri nach Mulu und können aus der Luft die gigantische Zerstörung des Regenwaldes registrieren. Wie auch auf dem Festland: riesige Plantagen mit Ölpalmen und Kautschuk, ein Verbrechen an der Natur, zu dem auch wir in Deutschland und Europa einen gehörigen Anteil beitragen.  Durch den Wahn Bio-Diesel zu fahren und dadurch die Umwelt zu schützen. Die Luft vielleicht, aber was ist mit dem Wald? Dieser wird Tag für Tag immer mehr vernichtet. Wir erreichen das HQ nachmittags und organisieren gleich die 4 Tages -Tour, die uns auf den Gunung Mulu ( ca. 2500 m ) bringen soll. Wir lernen Andrew, unseren Guide kennen, wie sich herausstellen wird, ein Glücksgriff. Am nächsten Tag starten wir mit 1 Std Verspätung, vertrödeln wieder viel Zeit mit fotografieren und Videoaufnahmen, sind ständig auf der Suche nach exotischen Tieren und Pflanzen. Am ersten Tag sind 12,5 Km bis zum Camp 3 zu bewältigen. Die ersten 6-8 Km sind noch „komfortabel“, aber dann wird es heftig, es geht nur noch steil bergauf. Dazu wie gehabt Hitze und Feuchtigkeit, sowie die verdammten Blutegel, die uns zu schaffen machen. Vanessa ist langsam, in der beginnenden Dämmerung auch unsicher, verständlich. Jürgen und Andrew bleiben mit ihr zurück, Michi und ich steigen im Schein unserer Taschenlampen auf, es ist stockdunkel und wir sind ständig auf der Suche nach Wegmarkierungen. Um ca. 21:00 Uhr erreichen wir das Camp, es gibt Regenwasser aus der Tonne, das man zum Kochen und Waschen verwenden kann. Richten unsere Sachen her und warten auf die anderen. Kochen, essen, schlafen. Jürgen schnarcht wie immer und je anstrengender der nächste Tag wird umso heftiger, Vanessa arbeitet ihre Erlebnisse im Schlaf auf, was der Ruhe auch nicht sehr förderlich ist. Der nächste Tag wird noch anstrengender. Nach wie vor ist der Aufstieg steil, viele Wurzeln, Schlammlöcher, Baumstämme müssen überquert werden, dornenbehaftete Lianen versperren den Weg, ständiges schauen nach Blutegeln, was mache ich hier? Nicht genug damit, dass sich die verdammten Blutegel auch in die Schuhe, unter die Socken, sogar unter die Unterwäsche verkriechen, nein auch nachts wird man gepiesackt. Ich hatte  einen genau auf meinem Kopf, bäh, es hört ja nicht auf zu bluten. Nun ja, da muss man durch, Jürgens lädiertes Knie hält und bergauf auch mein operierter Rücken. Die Etappe an diesem Tag ist kürzer, nur ca 5 Km bis zum Camp 4, wo wir die Nacht verbringen. Nächster Tag, Gipfelbesteigung. Das Wetter ist schlecht, wir spüren die Ausläufer des Taifun in Taiwan und das Abbrennen des Waldes im indonesischen Teil. Im Grunde sind es 3 Gipfel die erklommen werden müssen. Am 2. Gipfel sagt Andrew zu mir: eigentlich lohnt es sich nicht das letzte Stück zu erklettern, weil die Sicht gleich Null ist und sich auch nicht bessern wird. Ich beschließe für mich, auf diese letzten 200 m zu verzichten, Jürgen, Michi und Andrew gehen trotzdem.  Nach ca. 1/2 Std kehren sie zurück, Jürgen geht gleich weiter zum Camp 4, wo Vanessa wartet, die ganz auf die Besteigung verzichtet hat. Ich mache noch ein paar Aufnahmen und gehe dann mit Andrew auch zurück ins Camp. Der Aufstieg ist schon anstrengend und ohne ausreichendes Training und Fitness nicht oder nur schwer zu bewältigen. Der Abstieg ist mörderisch. Ich weiß nicht genau wie oft ich hingefallen bin. Vor allen Dingen, ich konnte mir keinen Reim darauf machen, denn eigentlich bin ich bergtechnisch sehr sicher. Es waren die Schuhe. Sündhaft teuere Vibransohle, allerdings wurde mir verschwiegen, dass die Qualität der Sohle nach einiger Zeit nachläßt und ihre Rutschfestigkeit verliert. Zudem hatte ich  neue Einlagen, die eigentlich nicht notwendig waren, aber dafür sorgten, dass das ganze Gefüge in sich nicht mehr stimmte. Fazit: besser vorher probieren als dann dumm schauen. Kurz und gut, der Rücken hielt trotz Schmerzen und auch Jürgens Knie war geschwollen, aber sonst ist alles heil geblieben. Am 4. Tag kommen wir nachmittags im HQ an, kaputt, aber froh, glücklich und stolz diese Tour gemacht und geschafft zu haben. Die letzte Gruppe vor uns war vor 1/2 Jahr am Gipfel, das sagt schon einiges. Im Park ist der Aufstieg zum Gipfel des Gunung Mulu die härteste Wanderung. Sie erfordert ein hohes Maß an Fitness und Ausdauer, vermittelt aber auch ein Gefühl von Abenteuer. Für mich die anstrengendste Tour, die ich je gemacht habe. Für den Abend hat uns Andrew nach sich Zuhause eingeladen. Mit ein paar Freunden trinken wir 2 Paletten chinesisches Bier, welches wir beim Dorfpolizisten erstanden hatten und haben sehr viel Spass, philosophieren und lassen das Ganze Revue passieren. Mit dem Moped fahren wir dann zurück ins HQ, wo wir 2 sehr schöne Zimmer bekommen haben ( wohl wegen der Leistung ). 
Der nächste Tag dient zum Ausruhen und zur Pflege.
1. August, mein 40. Hochzeitstag, Anruf zu Hause, alles ok. Am Nachmittag sind Michi und ich mit einem Iban -Guide, Diago, zur Deer Cave, der größten Höhle der Welt. Imposant und beeindruckend, in Worte nicht zu fassen. Eine Boing 747 sowie 3 Fußballfelder haben bequem Platz darin. Das imposanteste Schauspiel liefern jedoch 2 -3 Millionen Fledermäuse, die sich vor Einbruch der Dunkelheit am Höhlenausgang formieren und schwadengleich in den Urwald verschwinden. Im Geäst eines Baumes entdecken wir noch eine giftige Baumviper, der Tip kam von Diago.
Nächster Tag 3. Höhepunkt, die Pinnacles. Eine Sandsteinformation auf dem Mt. Api in ca. 1300 m Höhe. Die "Türme" stehen inmitten der umgebenden Vegetation an den Hängen des Berges. Für diese Tour haben wir auch 3 Tage veranschlagt, weil auch sie ein gewisses Maß an Fitness und Kondition erfordert. 
1. Tag Bootsfahrt, oder besser bootschieben und -ziehen wegen Niedrigwasser, bis Kuala Berar. Zunächst besuchen wir ein Penang Dorf, das mir aber nicht gefällt, weil hier jeder Tourist hingekarrt wird und mitten auf dem Dorfplatz ein riesiger Verkaufsstand aufgebaut ist. Nächste Stationen zwei weitere Höhlen, Lang Cave und Clearwater Cave. Sehr schön, aber kein Vergleich zur Deer Cave, hätte man sich sparen können. Dann Boot schieben und ziehen bis Kuala Berar, wo wir das Boot verlassen und uns auf den 8 Km langen aber einfach zu gehenden Weg bis zum Camp 5 machen und dort übernachten. Dieses Camp 5 ist wunderschön, aber sehr frequentiert, da auch der Headhuntertrail hier beginnt oder endet, je nachdem. Am Tag unserer Ankunft war das Camp mit 50 Leuten voll belegt. Man stelle sich die Freude vor, als Jürgen nächtens wieder sein Konzert begann.
2. Tag 8 Stunden Auf-und Abstieg. Der erste Teil war ähnlich wie der Aufstieg zum Gunung Mulu, jedoch leichter, weil der Untergrund durch den Sandstein griffiger war und die Wurzeln nicht soviel Probleme bereiteten. Durch die anhaltende Trockenheit haben die Blutegel auch die Lust am Saugen verloren und ließen uns in Ruhe. Der letzte Teil bis zu den Pinnacles muss erklettert werden, es gibt teilweise Seilsicherung und 15 Leitern, hat insgesamt sehr viel Spaß gemacht. Zurück im Camp geniessen Michi und ich sofort das kühle Nass des Flusses an dem das Camp liegt. Von einem Guide ersteht Michi einige Dosen Bier, genauer gesagt den gesamten Vorrat. Es ist zwar etwas warm, aber wir geniessen es trotzdem und schwanken zu später Stunde zu unserem Schlafplatz. Der Rückweg am nächsten Morgen stellt kein Problem dar und flussabwärts fällt das schieben des Bootes auch leichter. Im HQ erfahren wir, dass es keine Unterkunft mehr gibt, alles ausgebucht. Aber unser Guide Andrew hat vorgesorgt und in der Nähe seines Hauses zwei Zimmer in einem neuen Guesthouse reserviert. Die schönste Unterkunft, aber auch die teuerste. Schlechte Nachricht am nächsten Tag: unser Flug wurde wegen schlechten Wetters storniert.
Vanessa flippt aus und schmeisst ihre Schuhe über die Straße, naja wenns hilft.
Von der Fluggesellschaft bekommen wir die zusätzliche Übernachtung im Royal Mulu Ressort bezahlt. Michi und ich machen das Beste daraus, geniessen das üppige Buffet, trinken einige Biere ( nach Empfehlung einer Angestellten zum halben Preis ) und lauschen der Karaokedarbietung einiger Einheimischer, ein riesen Spass.
Am nächsten Tag klappt der Rückflug nach Kuching, allerdings hat mir der verlorene Tag den Besuch im Bako NP gekostet. Wir ließen uns die Laune jedoch nicht verderben, hatten nocheinmal köstliches Seafood mit vier Gängen verschiedenen Fisch`s, King Prawns, 2 Flaschen Wein, Zigarren und das gerade einmal für ca. 40.- € für zwei Personen.
Den Abend ließen wir dann in der Hotelbar ausklingen und flogen am nächsten Tag über Kuala Lumpur und Bangkok zurück nach Deutschland.
Es war eine gelungene Reise, anstrengend, abenteuerlich, einmalig. 
Über einige Punkte muss dennoch bei Gelegenheit gesprochen werden.


Uganda und Tansania 2010

Reisebericht Uganda und Tansania im August und September 2010

Mein Sohn Michael und ich fliegen mit Egypt Air und einem kurzen Stop in Kairo, nach Entebbe und erreichen um 5.00 Uhr morgens unser Hotel ( Cassia Lodge ) in Kampala. Das Hotel ist absolut empfehlenswert, allerdings für dortige Verhältnisse auch sehr teuer. Wir bekommen sofort ein Zimmer ( ohne Aufpreis für die frühe Ankunft! ) und auch ein Frühstück serviert. Traumhaft gelegen über der Stadt, mit herrlichem Blick auf den Victoriasee, bietet das Hotel beste Voraussetzungen, uns auf die Gorillatour, die am nächsten Morgen starten soll, vorzubereiten.

Um 6:30 Uhr in der Früh holt uns Abdallah, der Fahrer von Matoke Tours, bei der wir die Tour übers Internet gebucht hatten, ab. Die Fahrt, 450 Km von Kampala zum Bwindi Impenetrable NP, ist ein Erlebnis. Arme Menschen, Schmutz, Staub, jeder ist irgendwie und mit irgend was beschäftigt und trotzdem liegt eine Art Lethargie über dem Land. Vor unserer Reise wurden wir oft gefragt: ihr fahrt nach Uganda? Ist das nicht gefährlich, was wollt ihr da? Usw. Nein, gefährlich war es nie. Die Leute waren immer nett, höflich und freundlich. Allerdings ist unübersehbar die Armut und Kinderarbeit, aber auch Leute, die einfach am Straßenrand sitzen oder liegen und warten, aber auf was? Viele fahren auf Rädern, die bei uns nicht einmal ein Schrotthändler annehmen würde, transportieren bis zu 10 Kanister Wasser, Möbelstücke, Bananenstauden, kurz und gut alles Mögliche. Die Autos sind mit Menschen vollgepfercht, 8 Personen in einem Wagen sind keine Seltenheit. Beeindruckend auch die Ankole – Rinder mit ihren ausladenden Hörnern. Fotostop am Äquator, in der Nähe von Masaka, muss sein. Abdallah fährt sehr besonnen, aber die zahlreichen Baustellen und nicht zuletzt die 80 Km „ Schotterpiste de Luxe“ von Kisoro zum Lake Mutanda haben es in sich. Abdallah gibt Gas, da wir schon spät dran sind und der 4WD ächzt und stöhnt unter der Belastung. Nach ca. 10 Stunden Fahrt erreichen wir die Lodge am See, eine Unterkunft vom Feinsten und idyllisch gelegen. Allerdings sind die Myriaden von Seefliegen eine Plage, aber ungefährlich, wie uns Abdallah versichert, nur einfach lästig.
Am nächsten Morgen schafft der 4WD die steile Auffahrt von der Lodge zur Straße zum Nkuringa Camp am Bwindi NP kaum, wir müssen schieben, Frühsport. Die gestrige Schotterpiste war das Non plus Ultra, aber falsch gedacht. Die Strecke bis zum Camp ist für Offroad Begeisterte ein wahrer Traum, für andere eine Qual.
Der 331 km² große Bwindi Impenetrable NP liegt in Südwestuganda am Rande des Zentralafrikanischen Grabens auf dem höchsten Block des RukigaHochlandes. Mit ca. 350 Berggorillas lebt hier fast die Hälfte der Weltgesamtpopulation. Der Rest lebt etwas weiter unten im Virungagebiet. Wir besuchen die Gorillagruppe Nkuringo ( benannt nach dem gleichnamigen Camp ) mit 19 Tieren, u.a. 3 „ Silberrücken „. Das Revier dieser Gruppe ist sehr groß und eine Vielzahl steiler Berghänge umfasst dieses Gebiet. Um das Aufspüren der Tiere für die Touristen zu erleichtern, werden Fährtensucher ausgesandt, die ihnen vom letzten Schlafplatz ausgehend folgen und über Funk den ungefähren Standort an die Ranger übermitteln. Trotzdem kann das Aufspüren anstrengend werden, man muss bergab und bergauf gehen, was schon einiges an Kondition und richtiger Ausrüstung erfordert. Typisch aber wieder einmal ein deutsches Pärchen, das mit uns in der Gruppe war: schlecht vorbereitet, schlecht ausgerüstet, unfit, aber dauernd die Klappe offen. Ich sah mich leider gezwungen, sie mit ein paar mahnenden Worten zur Ruhe aufzufordern, der Ranger hat es mir gedankt. Außerdem hatten wir Träger angeheuert, die unsere winzigen Rucksäcke tragen sollten. Eigentlich ein Witz, aber mit den 15.- USD die wir dafür bezahlten, taten wir ein gutes Werk und unterstützen diese Leute. Unser besagtes Pärchen sparte sich die paar Dollar, obwohl diese bei den nicht gerade niedrigen Gebühren für die Tour wirklich nicht ins Gewicht fallen. Wie ich finde: eine Schande, aber sie haben es am Ende auch gebüßt. Wir hatten Glück, nach zwei Stunden Fußmarsch haben wir die Gruppe gefunden. Die Anzahl der Besucher ist auf 8 Personen und die Verweildauer bei den Tieren auf eine Stunde beschränkt. Diese Stunde ist auch ausreichend und ein unvergessliches Erlebnis. Beeindruckend: die Ruhe und Gelassenheit der Tiere, ihre Friedfertigkeit, sowie die Nähe aus der man sie beobachten kann. Wir hatten nie das Gefühl von Gefahr für uns, oder Angst. Einfach nur Respekt und auch irgendwie Dankbarkeit, dass man so etwas erleben kann und darf.
Auf dem Rückweg zur Lodge streikt der 4WD wieder und wir müssen erneut anschieben. Abdallah bekommt über Nacht den Wagen wieder flott, so dass wir uns auf den Rückweg machen können. In Masaka trennen sich unsere Wege, Abdallah fährt zurück nach Kampala und wir wollen nach Bukoba am Victoriasee in Tansania.
Da der Weg weit ist und wir nicht genau wussten, wie wir nach Bukoba kommen sollten, war der erste Plan in Masaka zu übernachten und dann irgendwie weiter zu kommen. Da wir aber doch frühzeitig in Masaka ankamen dachte ich, dass es besser wäre nicht zu übernachten und sofort weiter zu fahren. Es gibt zwar einen Linienbus, aber der war nicht da und niemand wusste, ob er überhaupt irgendwann kommt. Die zweite Option war ein Matatu, ein Kleinbus für 10 Personen. Da wir aber nur zu zweit waren und weit und bereit niemand der mit uns fahren würde, war das auch gestrichen. Abdallah besorgt uns ein Taxi. Weil für Mzungus ( Weisse ) die Preise astronomisch werden, geht er allein los um ein geeignetes Fahrzeug zu finden. Nach geraumer Zeit kommt er allein zurück, allerdings mit der frohen Kunde, fündig geworden zu sein und auch noch einen vernünftigen Preis ausgehandelt zu haben. Das Taxi kommt, Fahrer Vincent hat nur einen Arm und zieht ein Gesicht, als er uns sieht, trauert wohl den verlorenen Dollars nach. Bis zur Grenze ist es ein ganz schönes Stück, wir rechnen mit einer Fahrzeit von etwa 4 Stunden. Vincent schafft die Strecke gerade mal in der halben Zeit, fährt manchmal freihändig, weil er noch telefonieren muss, der Wahnsinn. Der Wahnsinn geht noch weiter als wir die Grenze in Mutukula erreichen. Vincent fährt rückwärts an den Schlagbaum und teilt uns mit, dass er nicht über die Grenze darf und unser Gepäck nun in ein anderes Fahrzeug umgeladen wird, während wir die Grenzformalitäten erledigen sollten. Es ist unglaublich, aber auf der anderen Seite des Schlagbaums erscheint tatsächlich ein Fahrzeug, unsere Sachen werden umgeladen und wir setzen die Reise mit einem anderen Fahrer fort. Wir brauchen auch nicht zusätzlich etwas bezahlen, die Jungs haben das unter sich geregelt, ohne Grenzbeamte, alles geht reibungslos. All das hat Vincent während der Fahrt per Handy geregelt, Respekt.
Während der Weiterfahrt stellen wir fest, dass sich die Landschaft allmählich ändert, es wird „ afrikanischer „, es sind weniger Leute unterwegs und bei Einbruch der Dunkelheit fahren alle ohne Licht. Spät abends erreichen wir das „ Spice Beach Motel „ unsere Unterkunft für die nächsten 2 Tage.
Bukoba, einst Zentrum des Volkes der Haya und während der Kolonialzeit Hauptstützpunkt der Deutschen, gibt kulturell, für unser Verständnis zumindest, wenig her. Wir haben Zeit gut gemacht und überlegen was zu tun wäre. Nach etlichen vergeblichen Versuchen Geld zu wechseln, wenden wir uns an das Tourismusbüro und haben Glück, dass sich der Geschäftsführer bereit erklärt uns behilflich zu sein, allerdings würde das einige Zeit in Anspruch nehmen. Währenddessen unterhalten wir uns intensiv mit Stephen, dem Tour Guide, der uns verschiedene Projekte schmackhaft machen will. Die Entscheidung fällt für eine Walking Tour (!) durch die Stadt, zum Kagera Museum, in ein Fischerdorf, zum Flugplatz (!) ect. Dafür wollten sie 100.- USD haben, pro Person! Vollkommen illusorisch, wir handeln den Preis herunter auf 20.- USD für uns beide zusammen. Stephen gibt sich alle erdenkliche Mühe, obwohl es nichts zu sehen gibt. Die Kathedrale ist noch im Bau und eingeschalt, andere sehenswerte Bauwerke gibt es nicht wirklich. Wir gehen auf den Markt um für Michi eine Kappe zu kaufen. Allein das war aber schon die Gebühr wert. Nach einigen vergeblichen Anläufen ( die Kappen haben nicht gepasst oder waren viel zu teuer ) haben wir eine passende gefunden, allerdings wollte der Verkäufer dafür 14.- USD. Ich habe ihm klar gemacht, dass wir nicht mehr als 3.- Dollar dafür bezahlen, als Michi auf der Kappe ein Preisschild entdeckt, der Preis 2,99 Dollar. Geneigter Leser, du kannst dir das Gelächter vorstellen, der Verkäufer war plötzlich das Gespött des ganzen Marktes. Nächste Station war das Kagera – Museum, hier läuft Stephen zur Hochform auf. Er erklärt uns alles haarklein, auch das was wir selbst lesen können, Michi und ich schauen uns an, was soll man tun? Das Ganze abbrechen, weiter gehen. Nein, dafür gibt sich der Guide viel zu viel Mühe, wir ziehen das jetzt durch. Das besagte Fischerdorf gäbe vermutlich mehr her, aber Stephen drängt hier zur Eile, es ist Wochenende, einige Leute haben wohl etwas zuviel getrunken, vielleicht war das der Grund. Nächste Station das Zentrum der deutschen Kolonialisten. Zu sehen gibt es 3 Betonpfeiler, das war`s. Der Flughafen, im Bau, eine staubige Landebahn. Trotzdem Stephen, danke, du warst super.
Für den nächsten Tag war eine Tour zu einem Wasserfall, Höhlen und zur ehemaligen Residenz eines der Haya – Könige geplant. Nun, der Wasserfall, ein Rinnsal, die Höhle war von Fledermäusen bewohnt, wir haben sie, auf dem Bauch kriechend, durchquert. Da haben wir noch gedacht, dass es zur gestrigen Führung keine Steigerung mehr gibt, aber weit gefehlt. Die Haya spielten eine wichtige Rolle in der Geschichte des Landes. Ihre Kultur gehörte zu den höchstentwickelten des Kontinents. Wir dachten, dass bei der Besichtigung der ehemaligen Residenz des Königs Rugimora einige Hütten oder sonstige Überbleibsel zu sehen sind, leider nein. Es gab nichts zu sehen. Wir durften allerdings nicht enttäuscht sein, denn wir haben übersehen, dass im Gegensatz zu unserer Kultur die wichtigsten Zeugnisse dieser Königreiche in der Überlieferung bestehen. So war es nicht verwunderlich, dass Stephen ( wir stehen vor einem Acker, einem leeren Feld ) voller Stolz sagt, dass hier die Hütte des Königs stand und da und dort die Hütten seiner Frauen und die des Regenmachers. Aber wie gesagt, es war nichts da. Wir verkneifen uns das Lachen, bleiben ernst und respektieren die Bemühungen unseres Guides. Die Haya stellten vor 2000 Jahren Stahl her, lange bevor die Europäer ähnliche Techniken erfanden. Auf einem Weg des Geländes bleibt Stephen plötzlich stehen, nimmt einen Zweig in die Hand, kritzelt ein wenig auf dem Boden herum und erklärt voller Stolz, dass in den 70er Jahren hier ein Nachbau eines Schmelzofens stand und man noch Spuren sehen kann. Es war nichts da, aber wir verstehen.
Am nächsten Tag kaufen wir die Tickets der 1. Klasse für die Fähre nach Mwanza. Man hat uns erzählt, dass die Fähre immer ausgebucht sei und wir uns rechtzeitig um Fahrkarten bemühen sollen. Quatsch, es gab genügend. Zurück ins Hotel und an den Strand. Zum Lunch gibt es, und das nicht zum ersten Mal, Hühnchen. Zäh wie, ich weiß nicht was, man braucht das Gebiss einer Hyäne um dieses Ding zu essen. Wir haben es nicht geschafft. Sind reichlich vor der Abfahrt im Hafen um uns das geschäftige Treiben anzusehen. Ich mache einige Fotos und Videoaufnahmen, was verboten ist und bekomme tatsächlich auch Ärger. Ansonsten verläuft alles problemlos, wir beziehen unsere winzige, aber saubere Kabine, genießen das was um uns herum passiert. Bis zum Auslaufen wird beladen, das Schiff ist voll mit Bananenstauden und Leute, die ein Ticket der 3. Klasse haben, suchen sich einen Platz zum schlafen, die Fahrt dauert immerhin 8 – 10 Stunden.
Nach der Ankunft in Mwanza versuchen wir sofort wieder Geld zu wechseln bzw. abzuheben. Also das ist wirklich nicht einfach und kann zu einem Problem werden, denn viele Geldautomaten funktionieren nicht. Als Unterkunft haben wir die Tunza Lodge, die etwas außerhalb der Stadt am Wasser liegt gewählt. Wieder ein Volltreffer, empfehlenswert. Vertreiben uns die Zeit mit Nichtstun und angeln, treffen Tim aus Deutschland, der uns zahlreiche Infos geben kann und warten auf den Abflug nach Daressalam. Unser nächstes Ziel ist das Selous Wildlife and Game Reserve. Der Flug nach Daressalam ist dafür eigentlich Käse, weil wir ja wieder zurück müssen, aber wir wollen mit dem Zug fahren. Diese Zugfahrt ist als sehr empfehlenswert beschrieben, weil sie teilweise durch das Wildreservat führt und man vom Zug aus schon Tiere beobachten kann. Aber in Afrika gehen die Uhren halt anders und so kam es, wie es kommen musste, der Zug hat Verspätung. Nicht nur eine Stunde, nein 10 Stunden, was bedeutet, dass wir in der Nacht fahren und natürlich nichts sehen werden. Wir versuchen statt dessen ein Flugticket zu bekommen, was letztlich erfolglos war, aber es war für einige Stunden richtige Aktion, wenn auch für Nichts. Also doch Zug, verschlafen fast die Ankunft morgens um 4.00 Uhr in Kisaki. Werden, wie versprochen von Hasan unserem Fahrer abgeholt und ins Mbega Kisaki Camp gebracht, wo auch bereits ein Frühstück für uns zubereitet wurde, bemerkenswert. Wir bleiben hier zwei Tage für Game Drive, sehen zahlreiche Tiere, aber leider nicht, wie erhofft, Wildhunde. Wechseln dann in das Mbega Hauptcamp am Rufiji Fluß gelegen, wunderschön. Haben nachts Besuch von Elefanten im Camp, eine Hyäne heult vor unserem Zelt und Paviane streiten sich. Gott sei Dank haben die Hyppos einen anderen Weg aus dem Fluss zum grasen genommen. Wieder Game Drive, Safari zu Fuß und mit dem Boot. Alles in allem wunderschöne Tage und Nächte, viele Tiere, wenig Touristen und nur nette Menschen. Versuchen am Tag unseres Abflugs nach Sansibar noch einmal Wildhunde zu finden. Fahren dafür kreuz und quer, aber die Tiere bleiben uns leider verborgen. Machen dafür aber eine sensationelle Videoaufnahme von einer Giraffe, die beim Saufen von einem Krokodil gebissen wird. Am Nachmittag dann Abflug vom Airstrip Siwandu nach Sansibar. Der Airstrip ist eine staubige Piste, eine Abfertigungshalle o.ä. gibt es nicht, der Pilot ist zugleich auch Stewardess, ein Hauch von Abenteuer, muss man erlebt haben.
Stone Town Sansibar, bisher die „ schönste „ Stadt auf unserer Reise, alle anderen kann man getrost vergessen, sie sind nicht erwähnenswert. Wir bleiben eine Nacht, amüsieren uns über die doofen Touristen, die sich für teueres Geld am pittoresken Nachtmarkt etwas zu essen kaufen, obwohl es das Gleiche eine Ecke weiter für einen Bruchteil des Preises gibt. Verlaufen uns in dem Gewirr der Gassen, bei Dunkelheit und ohne Licht, Grusel. Am nächsten Morgen Besuch des Marktes, treiben uns am Busbahnhof, der als recht gefährlich gilt, herum, tätigen einige Einkäufe und fahren am Nachmittag nach Jambiani an den Strand. Die Strände in Jambiani sind einfach großartig. Wir schnorcheln. Allerdings ist das Riff an dieser Stelle schon tot, so dass ich es vorziehe zu angeln. Michi schnorchelt weiter. Wider erwarten habe ich auch Erfolg und kann unserem Bootsführer 2 Fische übergeben.
Das  nächste Ziel ist Arusha. Suma, ein Taxifahrer, den wir drei Tage zuvor kennen gelernt haben ist uns sehr behilflich beim Erwerb eines Flugtickets und auch sonst, ein guter Junge. Wir bekommen ein Flugticket, obwohl das Internet sagte, dass alle Flüge ausgebucht sind. Zahlen zwar 20.- Dollar mehr, brauchen aber nirgends anstehen, müssen nicht einmal durch den Security Check, einfach genial, geht doch. Das ist Afrika.
Ankunft in Arusha, Ärger mit denTaxifahrern, wie üblich und langsam nervig. Arusha ist nicht empfehlenswert, überall Nepper, Schlepper und Betrüger. Wir waren da, weil wir am Anfang unserer Reise nicht wussten, wie es zeitlich aussieht, ob wir den Kilimandjaro oder den Meru besteigen sollen und überhaupt. Nun, jetzt waren wir da, der Meru im Staubdunst und unter Wolken, ergo wir besteigen ihn nicht, buchen dafür drei Tage Safari. Wir besuchen den Tarangire NP, den Lake Manyara NP und den Ngorongoro Krater, übernachten in Zelten.
Der Tarangire NP ist sehr empfehlenswert, eine Menge Tiere um diese Jahreszeit und relativ wenig Touristen, zivile Preise. Ebenso der Lake Manyara NP. Was uns gar nicht gefallen hat war der Ngorongoro Krater. Selbstverständlich spricht für ihn die exponierte Lage, zur Tierbeobachtung jedoch war es hier de facto die falsche Jahreszeit. Negativ aufgefallen sind die völlig überzogenen Preise und Gebühren und die Klientel der Touristen. Lange Gespräche mit unserem Guide Matthew haben dies bestätigt. Ausgestattet mit neuester und modernster Safariausrüstung, wobei die Frage erlaubt sei; wofür? Man sitzt ja die ganze Zeit im Auto und darf dieses nicht verlassen. Viele sind an Tierbeobachtungen und der Suche gar nicht interessiert, verlassen sich nur auf den Fahrer, der schon welche finden wird. Eine Gruppe College Girls aus USA fängt an, während der Tierbeobachtung zu singen und auf dem Auto zu tanzen! Die Jungs spielen an einem Rastplatz American Football! Es ist unglaublich. Die Fahrer rasen durch die Gegend wie auf einer Autobahn, von Spot zu Spot. Disneyland in Afrika. Prof. B. Grzymek würde sich im Grabe umdrehen.
Wir fahren zurück nach Arusha, übernachten einmal und fahren dann weiter nach Moshi, am Fuße des Kili, ein weiteres Räubernest, schlimmer noch als Arusha. Wie am Meru, eine Besteigung lohnt sich nicht, der Kili war dauernd unter Wolken, die Luft ist durch die Trockenheit auch viel zu staubig. Einer unserer Guides erzählt, dass sie eine fette Amerikanerin auf den Kili am A…. hinaufgeschoben hätten und die sich am Ende beschwert hat, weil ihr Zelt noch nicht fertig war. Mir wird schlecht, auf so etwas kann ich verzichten. Wir sparen uns das viele Geld und entschließen uns für einen Besuch bei den Chagga ( Kaffeebauern ) und haben dies auch nicht bereut. Wunderschöne Natur, ein traumhafter Wasserfall, das Dorf, die Leute, eine „ Bar „ vom Allerfeinsten ( es war zwar nur ein Bretterverschlag ), aber wir hatten eine Menge Spaß. 

Fazit: es gäbe noch vieles zu erzählen, was so zwischendurch passiert ist, aber das würde diesen Rahmen sprengen. Es war eine Erlebnisreise, allerdings nicht für Jedermann empfehlenswert und geeignet. Sensationell die Safaris, mit Ausnahme Ngorongoro. Für Backpacker manchmal sehr schwierig und nicht ungefährlich. Man muss physisch und psychisch belastbar sein, flexibel und in der Lage einmal gefasste Pläne wieder zu ändern. Wenn das der Fall ist, trifft man interessante Leute, lernt den Kontinent mit all seinen Schönheiten, aber auch negativen Seiten kennen. Auf dem Land haben wir nur positive Erfahrungen gemacht. In den Städten, insbesondere im Norden Tansanias fast nur schlechte, weil die Leute dort einfach von den Touristen, vor allen Dingen denen der Luxusklasse, verdorben sind. Man muss das einfach so sagen, viele dieser Leute gehören nicht dort hin und sollten besser zu Hause bleiben.


Botswana, Simbabwe, Sambia April / Mai 2012

 Endlich ist es soweit. Lange genug haben wir ( meine Frau Monika, Sohn Michael und Schwiegertochter Marile ) uns auf diese Reise vorbereitet. Bei Naga Safari, dem einzigen einheimischen Safariveranstalter, haben wir im Internet eine 10 Tagestour nach Botswana ins Okawango Delta, Moremi, Chobe NP und Savute gebucht. Mit Lufthansa fliegen wir zunächst nach Johannesburg, wo ich eigentlich einen alten Freund besuchen wollte, was aber leider nicht geklappt hat. Für die Übernachtung haben wir das House of York, ein Guesthouse in der Nähe des Flughafens, gewählt, was sich als gute Entscheidung herausstellte. Am nächsten Tag fliegen wir mit Botswana Air ( wider erwarten pünktlich ) weiter nach Maun, wo uns bereits Dennis gegen Mittag am Flughafen erwartet. Wir hatten die Kamanga Lodge für die Übernachtung gebucht, Dennis teilt uns mit, dass diese leider nicht zur Verfügung steht und wir in die Mokoro Lodge ausweichen sollten. Auch egal, vom Preis her waren sie ziemlich gleich, die Zimmer sauber und geräumig und das Personal höflich und zuvorkommend, also alles ok. Versuche Geld zu wechseln gestalten sich schwierig, aber es gelingt uns dann doch ein paar Euro und Dollar gegen Pula zu tauschen. Am Nachmittag genehmigen wir uns ein Highlight, einen Flug über das Delta, um einen Eindruck davon zu bekommen, was uns in den nächsten Tagen erwarten wird. Im Delta ist im Moment noch wenig Wasser, das ist jetzt erst in Bewegung und kommt im Juli / August aus Angola mit der größten Menge im Delta an. Bedeutet natürlich aber auch, dass sich die Tiere in dem großen Areal verlaufen, während sie zur Hochwasserzeit auf einigen wenigen Inseln Zuflucht suchen. Allerdings ist das Klima in dieser Zeit unangenehm heiß und schwül. Michael, fürs fotografieren zuständig, sieht auf seiner Seite Elefanten, Giraffen ect und zwei Löwen die einen Büffel jagen. Ich auf meiner Seite und für die Videoaufnahmen zuständig sehe kaum Tiere und kann mich ganz auf die Landschaft konzentrieren. Marile sitzt neben dem Piloten, der es sicht nicht nehmen lässt, gewagte Manöver zu fliegen und genießt ganz einfach den Flug, welcher alles in Allem  eine lohnende Investition und empfehlenswert war. Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen und mit Dennis zur Mokoro - Station zu fahren. Mokoro ist ein Einbaum – Boot und das traditionelle Verkehrsmittel im Delta. Wurde früher aus Mopane –Holz gefertigt, aber heutzutage ist man dazu übergegangen, die Boote aus Fiberglas herzustellen, was ganz einfach eine längere Haltbarkeit bedeutet und wirtschaftlicher ist. Von den Mokoro - Fahrten für Touristen ins Delta lebt heute ein ganzes Dorf und die Poler ( Bootslenker ) werden systematisch nach Plan eingeteilt. Wir bekommen Adam, der sich als guter Poler und Guide herausstellen sollte, zugeteilt, sowie die alte Granny für Michael und Marile.  Dennis verabschiedet sich für die nächsten 3 Tage und im Camp hat Kenson, der Chef von Naga Safari, seinen Auftritt. Er erklärt uns seine Position als Chef der Safarivereinigung in Botswana, als einziger schwarzer Safariveranstalter und stellt uns die Crew  (Köchin, Tentlady, 2 Gehilfen ) vor die uns begleiten wird und übergibt Adam das Kommando. Das Camp ist super gewählt, das Essen sehr gut, die Zelte komfortabel, wir sind zufrieden. Die Fahrten mit dem Mokoro sind gewöhnungsbedürftig, Marile ist mit der Fahrweise von Granny unzufrieden, aber ich denke das liegt einfach an der Konstruktion der Boote. Unsere zwei Boote gleiten ruhig dahin, wir genießen die Stille, beobachten verschiedene Vögel, sind fasziniert von den kleinen Bellfrogs ( Glockenfröschen ), die wirklich ein Geräusch fabrizieren, das an das läuten von Glöckchen erinnert. Michael und ich haben ja schon Erfahrung mit Übernachtungen im Busch, für Monika und Marile sind dies aber ganz neue Erkenntnisse. An die Geräusche in der Nacht muss man sich erst gewöhnen, auch dass sich ein Hyppo für unser Camp interessiert ist ja nicht alltäglich. Wir stehen sehr früh auf, trinken eine Tasse Kaffee und fahren wieder mit dem Mokoro herum, wobei sich Adam große Mühe gibt, uns Flora und Fauna zu erklären, aber auch über seine Eltern erzählt, die im Delta aufgewachsen sind hier leben. Mittags ist immer eine Ruhepause angesagt, denn auch die Tiere tun dies und Tierbeobachtungen während dieser Zeit sind sowieso sinnlos. Am Nachmittag erkunden wir den Busch zu Fuß. Wir sind unbewaffnet und Adam erklärt, dass wir uns keine Sorgen machen müssen wenn wir ein paar Verhaltensregeln beachten, auch eine Begegnung mit Löwen wären kein Problem. Ich weiß, dass er Recht hat. Wir finden einen schönen Platz um den Sonnenuntergang ( stilgerecht mit einem Drink in der Hand ) zu genießen. Zurück im Camp erwartet uns ein wärmendes Lagerfeuer, natürlich wieder vorzügliches Essen und dann, wie gehabt, die Geräusche der Nacht. Imposant, beinahe auch schon wieder lästig die Brunftrufe der Impalaböcke. Nächster Tag, wieder Mokoro - Fahrt, Fußmarsch, Ruhepause. Ich nutze die Pause um mit dem Mokoro zu üben, Adam gibt mir eine Woche, dann wäre ich bereit um Touristen zu transportieren. Für den Abend ist eine Fahrt zum Hyppo - Pool geplant um einen schönen Sonnenuntergang zu genießen. Auf dem Weg dahin wird unser Boot von einem Hyppo angegriffen, Adam reagiert gut, ist aber sichtlich erschrocken. Er erzählt, dass vor einem Jahr sein Bruder bei einer Hyppo – Attacke ums Leben gekommen ist, also Glück gehabt.  Wir müssen einen Umweg in Kauf nehmen, um einer weiteren Attacke aus dem Weg zu gehen und erreichen den Hyppo - Pool bei Einbruch der Dunkelheit. Ein faszinierender Sonnenuntergang ist der Lohn dieser aufregenden Fahrt. Zurück ins Camp, Lagerfeuer, Essen, alles wie gehabt. Nächster Morgen Aufbruch, zurück zur Mokoro Station, wo uns Dennis abholt für die Weiterreise zum Moremi Game Reserve, was eine Fahrt von ca. 7 Stunden bedeutet. Dennis fährt die staubige und schlaglochübersäte Piste sehr schnell, wir müssen das neue Camp vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Michael flucht, weil er sich des öfteren den Kopf anschlägt und während der Fahrt nicht fotografieren kann. Zwischen dritter und vierter Brücke machen wir noch einen Gamedrive, sehen auch noch einige Tiere, bevor wir mit Einbruch der Dunkelheit das Camp erreichen, wo uns unsere Crew bereits erwartet. Eine Buschdusche, Essen, Lagerfeuer, aber das kennen wir ja schon. Moremi bedeutet normalerweise sehr viele Tiere, abwechselnde Landschaft, interessante Gamedrives. Jetzt im April / Mai sind relativ wenige Tiere zu sehen und man muss sich anstrengen um sie zu finden, aber wir kommen trotzdem auf unsere Kosten. Vor allem mit den Wildhunden und einem Leoparden hatten wir unser erhofftes Glück. Nachts sehen wir seltene afrikanische Wildkatzen, einen Serval und eine ruhende Büffelherde. Aufregend auch die Nächte im Camp. Ein Elefant frisst genüsslich an einem Busch, wetzt mit seinem Ohr am Zelt und schnuppert mit seinem Rüssel auf dem Zeltdach. Ein anderer schüttelt Früchte von einem Akazienbaum, die auf Michaels und Mariles Zelt fallen, ein Löwe jagt ein Impala zwischen den Zelten, Hyänen streichen herum, es ist einfach Wahnsinn. Aber zu keiner Zeit fühlen wir uns irgendwie bedroht, es ist halt einfach so, im Zelt ist man sicher. So vergehen die Tage und Nächte im Moremi Game Reserve und auch später am Khwai River und im Savute NP mit Tierbeobachtung bei Tag und bei Nacht, Fahrten über Stock und Stein, aber auch durch Wasser. Unser Küchenwagen bleibt auf der staubigen Strecke stecken, der Allradantrieb unseres Autos geht bei einer Abschleppaktion, die zu einem regelrechten „ Verkehrsstau „ geführt hat, zu Bruch. Die ganze Aktion dauert ungefähr zwei Stunden, bis alle Fahrzeuge wieder flott und fahrbereit waren. Eine bemerkenswerte Geschichte, aber das ist Afrika, das ist Buschland und wer das nicht möchte, darf halt nicht hierher kommen. Wir hatten viel Spaß am Lagerfeuer, lachten viel mit Dennis, der sich am Ende der Safari über ein reichliches Trinkgeld und meine Hose freuen durfte. Wir verabschieden uns von der Crew, die uns die ganze Zeit über betreut und für gutes Essen und saubere Zelte gesorgt hat und fahren mit Dennis nach Kasane weiter. Unterwegs bleiben wir noch einmal im Sand stecken, kommen aber trotzdem pünktlich an. Victor wartet bereits um uns über die Grenze Simbabwe und Victoria Falls zu bringen. In Victoria Falls haben wir uns im Amadeus Garden, ein Hotel unter deutscher Leitung, für die nächsten vier Tage einquartiert und haben damit eine gute Wahl getroffen. Der Sambesi hat jetzt seinen höchsten Wasserstand, was für uns bedeutet, dass wir bei der Besichtigung der Fälle wegen der ständigen Gischt und trotz Regenkleidung patschnass geworden sind. Leisten uns einen teueren Helikopterflug um die Fälle von oben zu sehen. War ok, aber wie bemerkt, einfach zu teuer. Verzichten wegen des gefährlich hohen Wasserstandes auf Rafting, auf Bungeejumping sowieso und verpassen im altehrwürdigen Victoria Falls Hotel die Geierfütterung zur Tea – Time, auch auf die Sundowner – Cruise verzichten wir, weil einfach für das Gebotene viel zu teuer und wir später auf dem Karibasee noch schöne Sonnenuntergänge zu erwarteten hatten.  Auf dem Markt tausche ich alte Laufschuhe,  zwei T – Shirts, ein Hemd gegen eine Maske, Figuren etc ein. Die Händler sind ganz scharf auf Sachen wie Kleidung, Feuerzeuge, Handys usw. und feilschen macht Spaß. Ein besonderer Höhepunkt war dann der „ Lunar Rainbow „, ein Schauspiel, das es nur zweimal auf der Welt gibt. Bei Vollmond kann man einen Regenbogen über den Fällen sehen, wirklich beeindruckend. Allerdings dachten wir, dass man das ganze Szenario von einem trockenen Platz aus bewundern kann. Falsch gedacht, wir werden wieder bis auf die Haut nass, jeder flucht, kein Foto, kein Video, aber was bleibt ist die Erinnerung an ein einmaliges Naturschauspiel. Etwas teuer, aber sehr gut und empfehlenswert ist das Essen in der Iala Lodge. Schwierig war es Geld zu tauschen, manchmal gingen die Bankautomaten nicht, blöderweise habe ich auch noch die Pin der Kreditkarte falsch eingegeben, es war nicht einfach. In Vic Falls ist es nachts nicht ratsam zu Fuß unterwegs zu sein. Nicht wegen etwaiger böser Buben, vielmehr wegen der frei umherziehenden Elefanten, Affen und Warzenschweinen, auch Raubkatzen sollen schon gesichtet worden sein. Vic Falls ade, wir verlassen dich nicht wehmütig. Die Managerin des Hotels hat uns freundlicher Weise einen Transport über die Grenze nach Livingston in Sambia zur Busstation besorgt. Wir wollen unseren Freund Charly und dessen Frau Claudia in Lusaka in Sambia besuchen. Es klappt alles reibungslos, allerdings kommen wir etwas knapp in Livingston an und der Bedienstete am Fahrkartenschalter macht etwas Stress, weil wir eine Stunde vorher das Ticket erwerben sollten, wir aber nur knapp 30 Minuten vorher da waren. Na ja wir kriegten dann doch unsere Fahrscheine und den Bus nach Lusaka, welches wir nach ca. 7 Stunden Fahrt erreichten.

Der Schaffner war freundlich und lässt uns in Makele, einem Vorort aussteigen, Charly ist auch schon da und bringt uns zu seinem Haus. Charly, eigentlich heißt er ja Karl, ist Deutscher, wie wir aus Fürstenfeldbruck und arbeitet als verantwortlicher Metzger in einer Fleischerei, die ca. 150 Mitarbeiter beschäftigt, seine Frau Claudia versucht gerade eine kleine Bäckerei aufzubauen. Das Haus, das die beiden bewohnen ist sehr schön und gleich neben der Fleischerei gelegen, aber die Zufahrt ist eine Katastrophe, Charly sagt selbst: die schlechteste Straße in Lusaka und Umgebung. Auf dem Kariba - Stausee haben wir für drei Nächte ein Hausboot gemietet und die Beiden eingeladen, mit uns zu kommen. So starten wir am nächsten Nachmittag die 200 Km zum See, wo wir bei Hermann, auch einem Deutschen in seinem Ressort, dem Sandy Beach übernachten. Ein schöner Platz, allerdings schwer zu finden, weil kein Wegweiser dahin führt, wir verfahren uns auch prompt.  Vom Sandy Beach ist es nicht mehr weit zur Grenze nach Simbabwe, und zum See. Eigentlich wollten wir uns auf dem Boot selbst verpflegen und alles nötige von Lusaka aus mitnehmen. Es ist allerdings untersagt Grundnahrungsmittel und etliche andere Dinge nach Simbabwe einzuführen, was uns dann doch einige Probleme bescherte. So haben wir nur etwas Fleisch, Wurst und Brot mitgenommen, in der Hoffnung, dass die Grenzer uns unbehelligt lassen. Der Grenzübertritt war umständlich, dennoch ist alles gut gegangen, aber dann mussten Michael und Charly auf Einkaufstour. Über zwei Stunden suchten sie verzweifelt die umliegenden „Supermärkte“ und grünen Märkte nach Lebensmittel ab. Es gab nichts, die Regale waren leer. Zu guter Letzt haben sie aber doch noch gefunden was wir brauchten und wir konnten mit Jonathan unserem Kapitän und dem Matrosen Orbert ablegen. Wir verbringen drei Nächte auf dem Boot, fühlen uns ausgesprochen wohl und verbringen die Zeit mit ratschen, angeln und Game Drives mit dem Beiboot, die allerdings nicht sehr ergiebig waren. Beim angeln stellen wir uns auch nicht gerade sehr geschickt an, ich habe große Probleme mit dem Equipment, Michael versucht es mal mit seiner Angel als Speer, was auch misslingt, der Kapitän und der Matrose hingegen waren da schon erfolgreicher. Fast wäre mir mit zwei riesigen Welsen doch noch der große Fang geglückt, aber leider hat die Angelschnur das Gewicht nicht ausgehalten, schade. Nach drei geruhsamen Tagen und Nächten und alle Vorräte aufgebraucht, fahren wir zurück zum Sandy Beach, verabschieden uns von Hermann und fahren zurück nach Lusaka. Bleiben noch einen Tag bei Charly und Claudia und fliegen dann wieder über Johannesburg zurück nach München.


Brasilien 2016

Die Urlaubs- und Ferienzeit ist vorbei und viele Leute berichten von ihren Erlebnissen am Strand, in den Bergen oder am „ Ballermann „.
Ich möchte von einer Reise berichten, die man als normaler Tourist nicht machen kann.
Foto`s zu diesem Bericht gibt es keine, ich darf sie nicht veröffentlichen.

Es geht Anfang August nach Brasilien, nicht zu den olympischen Spielen, sondern in den Parque Indigena do Xingu im Mato Grosso. Genauer gesagt an den Zusammenfluss des Rio Batovi und Bacaeri, Nebenflüssen des Rio Xingu, der ca. 2000 Km weiter in den Amazonas mündet, zum Stamm der Waura Indianer, die in diesem Gebiet angesiedelt sind. Grund der Reise ist das Kwarup, ein Totenfest, das abgehalten wird, wenn im Jahr zuvor ein Mitglied der Häuptlingsfamilie gestorben ist. Zu diesem Fest werden alle Stämme im Xingu – Gebiet ( derzeit 13 ) eingeladen und je mehr Gäste kommen, desto größer ist die Ehrerbietung für den Toten. Ich bin in Begleitung u.a. von Sepp Köpf, dem Leiter unserer kleinen Expedition, der die Völker am oberen Xingu schon seit 20 Jahren bereist und erforscht und Roland Garve, er bezeichnet sich selbst als Zahnethnologe und hat schon mehrere Dokumentationen über die Xingu Indianer und vor allem aber auch über die indigenen Völker Papua-Neuguineas im Fernsehen publiziert und auch Bücher darüber geschrieben. Das Dorf Wauja ist das größte überhaupt im Xingu Gebiet und von den ca. 800 Waura leben etwa 500 hier.

Allein die Anreise, sie dauerte 3 Tage, ist ein Abenteuer. Wir starten in Brasilia, es geht mit dem Bus über 15 Stunden nach Canarana, einer Kleinstadt, weiter mit Jeep, LKW und Booten zum Indianerdorf. Die Dörfer unter sich sind seit ein paar Jahren auf Anweisung der Regierung für Notfälle mit Funk verbunden und so ist unsere Ankunft in der Nacht bereits angekündigt. Wir wohnen in einer traditionellen Oca, den überaus geräumigen Häusern, bei einem Sohn des Häuptlings. Das Totenfest dauert insgesamt 3 Tage und zu diesem Anlass legen die Indios ihre Kleidung ab, bemalen ihre Körper und legen div. Schmuckstücke wie Federn, Amulette, Fell vom Jaguar ( nur die Häuptlinge ) usw. an. Von früh bis spät hört man Gesänge, das Spiel mit den heiligen Flöten, dazu das Stampfen der Beine mit Rasseln um die guten Geister zu beschwören und die bösen zu vertreiben. Flötenspieler, begleitet von nackten Mädchen laufen rhythmisch von Oca zu Oca und das praktisch rund um die Uhr. Nachdem die 5 heiligen Stämme aufgestellt und geschmückt wurden ( dies zu erzählen ist ein eigenes Kapitel aus der Mythologie der Xingu Indianer ), beginnt das Beweinen der Toten und dauert die ganze Nacht, bis die Sonne aufgeht. Vor den 5 Baumstämmen werden Feuer angezündet und die Gäste, die übrigens im Busch kampieren, holen sich von Zeit zu Zeit davon Feuer und bringen es zu ihren Lagern im Busch. Der rituelle Höhepunkt neben dem Beweinen, ist der Ringkampf Huka Huka, bei dem es nicht um Sieg oder Niederlage geht sondern um den, oder die Toten zu ehren. Es geht manchmal sehr hart zur Sache, Verletzungen, auch schwere, werden ohne Klagen in Kauf genommen und nie gibt es Streit oder Ärger. Beim Huka Huka treten die 10 bestem Kämpfer eines jeden Stammes gegeneinander an, dann kommen quasi die Amateure und zu guter Letzt die Jugendlichen und Kinder. Ein Spektakel, die Regeln habe ich trotz intensivster Beobachtung nicht ganz durchschaut. Es ist ein wahnsinniges Erlebnis, zu sehen, wenn hunderte von Indios schreiend und stampfend über den Dorfplatz laufen und dabei die Bewegungen von Vogel, Schlange und Jaguar imitieren.

Dadurch, dass wir eine persönliche Einladung vom Häuptling erhalten haben, ist es uns auch erlaubt, in jedes Haus zu gehen, alles zu beobachten, zu filmen und zu fotografieren ( natürlich mit entsprechendem Respekt ), was uns ungeahnte Einblicke in das Leben der Indios gewährt. Ich hatte nie den Eindruck, in einem Haus unwillkommen zu sein, im Gegenteil. Die Leute waren dermaßen nett und freundlich, lediglich die Verständigung war schwierig. Es gibt im Dorf auch Fernsehen, in der Regel werden aber nur Dokus und Nachrichten geschaut, alles Andere ist eher verpönt, auch Mobiltelefone sind nicht unbekannt, also die Indios leben nicht hinter dem Mond, wie man meinen könnte. Vielmehr ist ihnen die Welt von uns Weißen sehr wohl bekannt, aber sie möchten nicht tauschen, weil sie mit ihrer, auch tausende Jahre alten, Kultur bestens zurecht kommen. Und recht haben sie. Dem Dorf Wauja ist zu ihrem Schutz ein Posten der IMAP ( brasilianische Naturschutzbehörde ) angegliedert, weil 1987 Mitglieder des Stammes von Leuten einer nahen Fazenda beim Fischen angegriffen wurden, denn zu diesem Zeitpunkt waren wohl die heutigen Stammesgrenzen noch nicht genau festgelegt. Von den IMAP – Leuten stammt auch der LKW, auf dessen Ladefläche wir dann ein paar Stunden zu einem anderen Indiodorf fahren, zu den Matipu. Sepp meint, dass dies das schönste Dorf im ganzen Xingu-Gebiet sei. Allerdings wollen die Matipu, es leben gerade noch 115 Menschen von diesem Stamm, ein neues Dorf, etwa 1Km entfernt bauen, warum, das konnte ich nicht erfahren, denn die Lage des alten ist wirklich einmalig schön, an einem See gelegen. Ein ganzer Koffer voller Gastgeschenke ( Angelutensilien, Messer, Taschenlampen, halt lauter nützliche Dinge ), den ich von Zuhause mitgebracht habe, hat den Indios sehr viel Freude gemacht und ganz zum Schluss habe ich dem Häuptling noch den leeren Koffer und meine Hose geschenkt. Wir bleiben 3 Tage bei den Matipu, wohnen im Haus des Häuptlings, unterhalten uns mit Gabriela, die seit 2 Monaten im Dorf lebt und die Bemalungen und Lebensgewohnheiten der Leute studiert, gehen mit den Indios fischen ( Piranha ) und nehmen am ganz normalen Leben teil. Voller Stolz zeigt uns der Häuptling die Maniokpflanzung des Dorfes. Die Maniokwurzel und Fische sind die Nahrungsgrundlage der Indios, Fleisch mögen sie eher nicht, aber auf unsere Nudeln waren sie scharf. Zurück geht die Reise dann wieder mehrere Stunden mit dem Boot auf dem Culuene-Fluss und anschließend auf der Ladefläche eines LKW nach Canarana, wo wir nach Einbruch der Dunkelheit ankommen und am nächsten Tag 13 Stunden mit dem Bus nach Cuiaba. Ich verbringe alleine noch 3 Tage in Chapada dos Guimaraes ( einem Gebirge, 1 Autostunde von Cuiaba entfernt, mit einer grandiosen Landschaft ) und gehe wandern, ehe ich zurück nach Deutschland fliege.